7200 Jahre altes Haus am Harz entdeckt

Osterode - Wissenschaftler der Universität Göttingen und die Denkmalpflege des Kreises Osterode haben im Harz-Vorland ein rund 7200 Jahre altes Wohnhaus entdeckt.

Der Grundriss des jungsteinzeitlichen Gebäudes aus Holz und Lehm sei in der Feldmark bei Ührde (Kreis Osterode) auf einem Acker gefunden worden. Das Haus mit seinen drei das Dach tragenden Pfosten sei typisch für die Zeit, berichtete am Sonntag der Archäologe am Göttinger Institut für Ur- und Frühgeschichte, Prof. Thomas Saile. Bei einer so genannten Magnetometer-Prospektion sei durch Sonden festgestellt worden, wo das natürliche Erdmagnetfeld des Bodens durch den Bau gestört sei. Dabei konnte der Grundriss genau festgelegt werden. Mit den Ausgrabungen soll am 2. August begonnen werden.

Nach den bisherigen Untersuchungen von Saile und des Kreisdenkmalpflegers von Osterode, Stefan Flint, gehöre das Haus zu den ältesten Siedlungsspuren im Vorharz. Die nach den Verzierungen auf ihren Tongefäßen als Bandkeramiker bezeichnete Kultur habe den Übergang vom Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauern geschafft. Auf den fruchtbaren Lössböden seien die Voraussetzungen dafür günstig gewesen.

Bei vorausgegangenen Grabungen von 1993/94 seien in dem Gebiet zwar auch Siedlungsspuren aus der Zeit ausgegraben worden. „Damals wurden aber nur Ton-Scherben von zersprungenen Gefäßen gefunden“, sagte Saile. Der Archäologe glaubt, dass die Siedlung über einen Zeitraum von 200 bis 300 Jahren bestanden hat. Die Siedler hätten die Wälder gerodet. Ihre Haustiere hätten durch Verbiss ebenfalls zur Entwaldung beigetragen. Vermutlich wurden bereits Rinder, Schweine, Schafe oder Ziegen gehalten. Lange bevor der Harz besiedelt wurde, hätten die Menschen die tief liegenden fruchtbaren Lössflächen urbar gemacht. Insgesamt hätten dort in dem Zeitraum etwa 20 Gebäude gestanden. „Aber sicher nie mehr als drei bis vier gleichzeitig“, meint Saile.

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