63-Jährige wegen Badewannen-Mord vor Gericht

Göttingen - Weil sie ihren Ehemann in der Badewanne heimtückisch ermordet haben soll, muss sich eine 63-jährige Frau seit Donnerstag vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Beschuldigte unter einer schweren seelischen Störung leidet.

Da es ihr wegen der „paranoiden Psychose“ an Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit fehle, solle sie nicht im Justizvollzug, sondern dauerhaft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden, sagte der Staatsanwalt. Die 63-Jährige sei eine Gefahr für die Allgemeinheit. Es bestehe das Risiko, dass sie wegen ihrer Erkrankung weitere Verbrechen begehe.

Laut Antragsschrift hatte die 63-Jährige ihrem Ehemann am 4. Januar dieses Jahres in der gemeinsamen Wohnung im Göttinger Vorort Rosdorf von hinten ein Messer gezielt in den Rücken gerammt, während der 62-jährige promovierte Akademiker ahnungslos ein Wannenbad nahm. Anschließend hatte die Frau versucht, sich durch einen Sprung aus dem Fenster im zweiten Stockwerk selbst das Leben zu nehmen. Sie erlitt dabei schwerste Verletzungen. Anwohner fanden die 63-Jährige im Schnee vor dem Mehrfamilienhaus.

Die Frau, die seit der Tat in der Psychiatrie untergebracht ist, wurde von Pflegern in den Gerichtssaal begleitet. Auf eine Frage des Vorsitzenden Richters sagte sie, sie fühle sich ganz entspannt. Sie werde dem Prozess problemlos folgen können. Für das Verfahren sind vorerst neun Verhandlungstage angesetzt.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare