33-Jähriger gesteht tödliche Axtschläge und entschuldigt sich

Braunschweig - Weil er zwei Frauen mit einer Axt angegriffen haben soll, muss sich seit Dienstag ein 33-Jähriger wegen Mordes aus Habgier und versuchten Mordes vor dem Landgericht Braunschweig verantworten.

Zu Beginn des Prozesses legte er ein Geständnis ab. Wegen hohen Alkoholkonsums berief er sich auf erhebliche Erinnerungslücken. Der arbeitslose Mann hatte im Februar zunächst in Hannover eine 49-Jährige und einen Tag später in Braunschweig eine 53 Jahre alte Frau attackiert. Die ältere Frau wurde so schwer verletzt, dass sie anschließend im Koma lag. Als Folgewirkung der künstlichen Beatmung erkrankte sie an einer Lungenentzündung und starb. Der Angeklagte brach während seiner Vernehmung mehrfach in Tränen aus. Er bat die als Nebenklägerinnen auftretenden Töchter der gestorbenen Frau um Vergebung. Er könne sich bis heute nicht erklären, was ihn zu den Taten getrieben habe. Er sei nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen. Weil seine Lebensgefährtin, mit der er ein achtjähriges Kind habe, ihn betrogen habe, habe er Anfang des Jahres seine polnische Heimat verlassen, um Abstand zu gewinnen. Zunächst habe er bei einer Tante in Hannover wohnen können und auch Arbeit gesucht.

Als das aufgrund der Sprachbarrieren nicht gelang, habe er aus Frust und Traurigkeit des öfteren getrunken und gespielt. So sei das auch an den beiden Tattagen gewesen. In Hannover sei er nach mehreren Flaschen Bier in die Nähe des Fußballstadions gefahren, um die Atmosphäre am Rande eines Europa-League-Spiels zu erleben. Aus Angst vor Hooligans habe er sich eine Axt in die Jacke gesteckt. Er könne sich nur noch schlecht daran erinnern, wie es dann zu dem Überfall auf die Frau gekommen sei. Auch wie es zum tödlichen Schlag gegen die Braunschweigerin gekommen sei, könne er nicht mehr genau sagen. Nach der Tat in Hannover sei er mit der Beute - etwa 100 Euro Bargeld und einem Handy - nach Braunschweig gefahren und habe den ganzen folgenden Tag weiter Bier getrunken. Als das Geld offenbar zur Neige gegangen war, habe er vermutlich den Entschluss gefasst, einen weiteren Überfall zu begehen, ohne über die möglichen Konsequenzen nachzudenken. Dem 33-Jährigen droht eine lebenslange Haftstrafe. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Insgesamt sind fünf weitere Verhandlungstermine vorgesehen. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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