Niedersachsen

2G im Einzelhandel: Ab wann gelten die neuen Corona-Regeln?

2G oder 2G Plus im Einzelhandel oder im Kino: Die Corona-Regeln sollen verschärft werden. Doch ab wann sind die Bund-Länder-Beschlüsse in Niedersachsen gültig?

Hannover/Berlin. Noch-Generalsekretär Lars Klingbeil (SPD) nimmt die Bundesländer jetzt in die Pflicht. So forderte der Niedersachse eine zügige Umsetzung der jüngsten Beschlüsse zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mit der Einigung von Donnerstag, 2. Dezember 2021, seien Bund und Länder „einen großen Schritt vorangekommen“, sagte Klingbeil am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. „Wir haben jetzt sehr drastische und weitgehende Maßnahmen auf den Weg gebracht. Die müssen umgesetzt werden.“ Auf einer Sondersitzung am kommenden Dienstag will der niedersächsische Landtag bereits über eine neue verschärfte Corona-Verordnung beraten.

KrankheitserregerSARS-CoV-2
Neuentdeckte VarianteOmikron (B.1.1.529)
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
VirusCoronavirus, Covid-19

Corona: Ab wann gelten die neuen Regeln? Niedersachsen plant Dienstag eine neue Verordnung

Nun muss man wissen, dass die Absprachen bei der Bund-Länder-Konferenz erst in die Corona-Verordnungen der Bundesländer eingearbeitet werden müssen. Trotz der Beschlüsse könnten die Länder davon abweichen. So haben sie die Möglichkeit für einzelne Bereiche statt 2G auch 2G-plus vorzuschreiben.

Im ZDF-Morgenmagazin sagte Lars Klingbeil über möglichen weitere Verschärfungen „Es gibt kein Problem in der rechtlichen Grundlage. Es gibt keine Lücke gerade im System, sondern es muss angewandt werden. Das muss in den Landesregierungen, in den Landtagen jetzt beschlossen werden.“ Falls die Beschlüsse nicht ausreichten, müsse die Politik „sofort nachsteuern“. Einen „Komplett-Lockdown“ halte der designierte neue Parteichef der SPD aktuell aber für falsch.

Bund und Länder haben die 2G-Regel auf den Einzelhandel ausgeweitet. Geimpfte und Genesene müssen vor Ort entsprechende Corona-Nachweise vorlegen.

Die Bund-Länder-Konferenz hatte am Donnerstag Maßnahmen vorgestellt, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Dazu zählen insbesondere erhebliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Ihnen soll im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Geschäften verwehrt werden. Ob diese Maßnahmen zum erwünschten „Wellenbrecher“ werden, wird sich in einigen Wochen zeigen.

Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte einen Tag nach der Bund-Länder-Konferenz die Ungeimpften für die schwierige Lage verantwortlich. „Wären alle erwachsenen Deutschen geimpft, steckten wir nicht in dieser schwierigen Lage“, sagte er in Berlin. Seine Aussage beruht darauf, dass es einen hohen Teil von Ungeimpften an Infizierten und Intensivpatienten gibt. Die Beschlüsse zu schärferen Maßnahmen machten deutlich: „Deutschland nimmt die Lage ernst.“ Diese Entscheidungen seien spät gekommen, aber immerhin getroffen. Sie müssten nun umgesetzt werden.

Helfen Sie mit, weiteres Leid zu verhindern.

Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

In seiner letzten Pressekonferenz bettete Jens Spahn eine Bitte ein: „Helfen Sie mit, weiteres Leid zu verhindern.“ Alle Bürger sollten Auflagen einhalten und Kontakte reduzieren. Es gehe auch nicht darum, jede Regel auszureizen. 

2G-Plus: Niedersachsen plant Regel-Ausnahme für Booster-Geimpfte – Zugang ohne Test

Ein Baustein gegen die Pandemie sind Corona-Auffrischungsimpfungen. Allerdings gilt in den Impfzentren in Niedersachsen die 2G-plus-Regel. Wer also sich den Booster abholen will, muss erst ins Testzentrum. Der Impfung vorgeschaltete Test könnte kurzfristig entfallen. Dies werde innerhalb der Koalition geprüft, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag. „Der Impfschutz ist bei dieser Gruppe auf einem derart hohen Niveau, dass die Gefahr, dass Geimpfte untereinander das Virus weitergeben, doch wahrscheinlich nur noch verschwindend gering ist“, so der Ministerpräsident.

Unterstützung bekommt Stepahn Weil von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). „Wir sollten den Kurs für die Geboosterten kurzfristig korrigieren“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Dies würde auch neue Perspektiven für die Gastronomie und den Handel schaffen. Die aktuelle 2G-Plus-Regelung führe „zu kaum zumutbaren Zuständen für die bereits geimpften Bürgerinnen und Bürger.“

2G-Plus: Ins Kino oder Theater nur mit Test

In Niedersachsen trat erst am Mittwoch eine überarbeitete Corona-Verordnung in Kraft. Seit dem gilt fast flächendeckend die 2G-plus-Regel bei Kinos, Theatern, Friseur oder Gaststätten. 2G heißt, dass Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Bei 2G-plus müssen sie bislang zusätzlich einen Test machen, beispielsweise einen Schnelltest.

Neben der Umsetzung der neuen Corona-Regeln ist Samstag ein wichtiger Termin für die SPD. Ab 11 Uhr stimmen die Genossen auf einem außerordentlichen Parteitag über den mit Grünen und FDP ausgehandelten Koalitionsvertrag ab. Lars Klingbeil äußerte die Erwartung, dass es dafür eine klare Mehrheit geben werde. (Mit Material von dpa) * kreiszeitung.de ist Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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