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200 Millionen Euro fürs LNG-Terminal in Stade – was ist mit Wilhelmshaven?

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Von: Yannick Hanke

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An dem zukünftigen Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) in Wilhelmshaven finden Bauarbeiten statt.
Insgesamt 200 Millionen Euro stellen Bund und das Land Niedersachsen für die Finanzierung vom LNG-Terminal in Wilhelmshaven zur Verfügung. Reicht das? © Sina Schuldt/dpa

Die Finanzierung de LNG-Terminals in Stade steht. Der Bund und das Land Niedersachsen sagen hohe Summen zu. Doch wie geht es mit dem Terminal in Wilhelmshaven weiter?

Wilhelmshaven/Hannover – LNG-Terminals an verschiedenen Standorten in Deutschland, um nicht mehr vom Gas aus Russland abhängig zu sein – das ist der Plan der Politik, um Russlands Präsidenten Wladimir Putin die kalte Schulter zu zeigen. Das ist jedoch nicht wörtlich zu nehmen, denn durch die LNG-Terminals soll die Energieversorgung in der Bundesrepublik langfristig gesichert werden.

Während das Projekt in Stade immer konkretere Formen annimmt, stellt sich die Frage nach der Finanzierung vom Terminal in Wilhelmshaven.

LNG-Terminals in Niedersachsen: Finanzierung vom Standort in Stade steht – Bau in Wilhelmshaven deutlich teurer als angenommen?

Aus Sicht des Landes Niedersachsen ist die Finanzierung vom LNG-Terminal in Stade-Bützfleth nun fix. Nach einem Beschluss vom Bundeskabinett am Dienstag, 20. September 2022, wird das niedersächsische Umweltministerium unter der Leitung von Olaf Lies (SPD) 100 Millionen Euro für das Flüssiggasterminal in Stade zur Verfügung stellen. Der Bund hatte bereits die gleiche Summe zugesagt.

Wie aber verhält es sich mit dem zweiten niedersächsischen LNG-Standort in Wilhelmshaven? Auch für das Terminal in der Stadt am Jadebusen stehen 200 Millionen Euro bereit. Zuletzt hatte Niedersachsens Wirtschaftsminister und Kernkraft-Verfechter Bernd Althusmann (CDU) darauf hingewiesen, dass schon die Kosten für den Anleger von 40 auf 56 Millionen Euro steigen könnten. Die Finanzierung sei laut Lies dennoch abgesichert, auch wenn der Bund noch nicht alle Mittel zur Verfügung gestellt hätte.

„Sichern die Finanzierung ab“: Umweltminister Olaf Lies sieht LNG-Terminal in Wilhelmshaven nicht gefährdet

Um das LNG-Terminal in Wilhelmshaven, auf das ein zweites folgen könnte, zu finanzieren, würden 40 Millionen Euro aus den Steinkohle-Strukturhilfen eine Reserve bilden. Diese müsse aber nicht zwangsläufig gebraucht werden. „Wir sichern die Finanzierung aber damit ab, da wir so selbst dann handlungsfähig sind, wenn weitere Mittel durch den Bund noch nicht zur Verfügung gestellt werden beziehungsweise kein Nachtragshaushalt bis zur Verwendung beschlossen wurde“, sagte Lies gegenüber der Nordwest-Zeitung.

Was bedeutet LNG und warum ist es so besonders?

LNG ist die Abkürzung für „liquefied natural gas“, also Flüssigerdgas oder verflüssigtes aufbereitetes Erdgas. Während gasförmiges Erdgas nur in Rohrleitungen transportiert werden kann, kann Flüssiggut in besonderen Transportbehältern auf der Straße, Schiene und auf dem Wasser transportiert werden. Als Ressource ist LNG auch langfristig ausreichend verfügbar, nicht entflammbar und auch nicht giftig.

Auch eine eventuell notwendige Zwischenfinanzierung des LNG-Anlegers aus den Strukturfördermitteln werde das für Wilhelmshaven zur Verfügung stehende Budget nicht verringern. Denn: „Wilhelmshaven und die Region benötigen die 157 Millionen Euro aus den Strukturfördermitteln für die Zukunftsentwicklung“, so Lies.

LNG-Terminals sollen „der Energieversorgung in ganz Deutschland dienen“

Der Umweltminister Niedersachsens betonte, dass die LNG-Terminals „der Energieversorgung in ganz Deutschland dienen“. Und die für die Flüssiggasterminals eingesetzten Mittel müssten in den Topf der 157 Millionen Euro Steinkohlemitteln zurückgeführt werden. Dementsprechend seien die Ausgaben fürs LNG-Terminal quasi „on top“ zu verstehen, also zusätzlich zu den standortbezogenen Vorhaben.

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