Grüne gescheitert - Herdprämie kommt auch in Niedersachsen

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Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen und nicht in eine Krippe geben, sollen dafür eine finanzielle Anerkennung bekommen.

Hannover. Eltern sollen für die Betreuung ihrer kleinen Kinder zu Hause nach Willen der niedersächsischen Landesregierung künftig einen monatlichen Zuschuss von 150 Euro erhalten. Ein Antrag der Grünen-Fraktion gegen die von der Bundesregierung ins Auge gefasste „Herdprämie“ wurde heute im Landtag mit den Stimmen von CDU und FDP abgewiesen.

Es gelte, Eltern eine Wahlmöglichkeit zwischen einer Kinderkrippe oder einer auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmten Tagesmutter zu geben, argumentierten die Regierungsfraktionen. Auch die Entscheidung eines Elternteils, für die Erziehung zunächst daheim zu bleiben, müsse honoriert werden.

Die Oppositionsfraktionen von SPD, Grünen und Linken warfen der Regierung die Förderung eines antiquierten Familienbildes vor, bei dem Frauen zu Hause die Kinder hüten, während die Männer arbeiten. Menschen mit geringer Bildung und Migranten könnten durch die „Herdprämie“ dazu verleitet werden, ihre Kinder nicht in eine Krippe zu geben, sondern den monatlichen Zuschuss zu kassieren und womöglich für eigene Zwecke zu nutzen.

Das für die Prämie nötige Geld könne besser in den Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten unter dreijähriger Kinder genutzt werden. Gerade Niedersachsen, wo es bislang noch nicht einmal für jedes zehnte Kleinkind einen Krippenplatz gebe, habe enormen Nachholbedarf.

CDU und FDP verwiesen darauf, die konkreten Pläne der Bundesregierung zunächst abzuwarten. Zeigen müsse sich erst noch, ob sich die geplante Prämie überhaupt finanzieren lasse.

lni

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