In Zukunft investieren

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Die Schüler der Sozialpädagogik an der Georgsanstalt BBS II bangen um ihre Ausbildung – AZ-Leser Stefan Kruschel bangt mit.

Stefan Kruschel aus Uelzen hat folgende Meinung zum Bericht „Schüler fordern mehr Lehrer“ (AZ vom 23. Januar 2015):

Schulausfall mag von dem einen oder anderen Schüler in Nicht-Berufsschulen gerne angenommen werden, nicht aber so in der Berufsschule für Sozialpädagogik. Dort geht es schließlich um ihre berufliche Zukunft. Hut ab vor soviel Courage. Aber musste es erst zu diesem Streik kommen?

Lesen Sie hier einen weiteren Leserbrief dazu.

Ich meine: ja. Meine Lebensgefährtin besucht die Schule seit diesem Jahr und beklagte schon nach einem Monat den häufigen Stundenausfall und Fachlehrer-Mangel. Eine Woche später musste ich in der AZz in der Rubrik „Niedersachsen“ zu meinem Entsetzen lesen: Das Land will nächstes Jahr 360 Berufsschullehrer einsparen. Diese jungen Frauen und Männer sollten so ausgebildet werden, wie es sich gehört. Schließlich sollen sie in Zukunft ja mit der Zukunft Deutschlands arbeiten, mit unseren Kindern.

Aber wie soll das funktionieren? Ein Maurer ohne Kelle kann auch nicht arbeiten. Wie sollen dann diese jungen Menschen mit Kindern arbeiten, wenn ihnen nicht mal die Grundlagen beigebracht werden?

Der Oberstufen-Jahrgang hat meines Wissens eklatante Lücken in ihrer Ausbildung hinnehmen müssen und bangt sogar teilweise um die Zulassung zur Prüfung. Einige Fächer werden halbjahresweise z. B. gar nicht unterrichtet. Was dabei rauskommt, sieht man nun.

Wir alle wollen Fachkräfte. Aber wie soll man diese bekommen, wenn schon Fachkräfte zur Ausbildung der nächsten Fachkräfte an allen Ecken fehlen? Teilweise haben Berufsschüler anderer Richtungen freitags überhaupt keinen Unterricht mehr. (Hätte ich mir zu meiner Schulzeit auch gewünscht). Wo soll das hinführen?

Ein hohes Maß an Wohlstand und Zufriedenheit ist meines Erachtens nur über Bildung zu erreichen, die jedem offen steht. Hier hat eindeutig die Schulpolitik versagt. Armes Deutschland, gute Nacht! Da bekommt man ja ein gutes Gefühl als Vater, dessen Tochter noch drei Jahre in eine Kita geht.

Ich wünsche allen Berufsanfängern alles erdenklich Gute und dass sie das, was sie in der Schule nicht beigebracht bekommen haben, in der Praxis alsbald nachholen.

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