Den Zahlen mehr Gewicht geben

Zum Streit um das Schulgebäude in Gerdau:

Dieser Streit ist Anlass zu großer Sorge für alle nachdenklichen und friedlichen Bewohner der Samtgemeinde Suderburg – und das aus verschiedenen Gründen:

1.-Schuldig an derartig emotional geprägten Auseinandersetzungen sind immer führende Persönlichkeiten, die das Bedürfnis haben, sich zu „profilieren“. Je geringer die schon erbrachten Leistungen, desto stärker dieser Drang. Das Volk ist in der Regel friedfertig und der Vernunft zugänglich, wenn die genannten Führenden sich entsprechend verhalten. Es ist aber relativ leicht, eine große Zahl von Menschen „aufzustacheln“, z. B. indem man Feinbilder oder vermeintlich feindliches Verhalten anderer ins Spiel bringt. Mit sinnvollen Argumenten wäre das kaum möglich. Erst wenn genügend Emotionen im Spiel sind, lässt sich der Verstand der Menge mehr oder weniger manipulieren bzw. ausschalten.

In der Welt kann man das täglich an vielen Beispielen sehen, wenn von Führungspersonen Gegensätze im Bereich Religion oder Rassenzugehörigkeit geschürt werden, die es im Zusammenleben davor nicht gegeben hat. Ausschreitungen sind da sogar willkommen, weil sie Aufsehen erregen!

2.-Die streitenden Parteien erkennen sich zu wenig als Partner an, die lediglich andere Ansichten oder andere Vorgehensweisen haben, denen man aber jeweils nicht zugesteht, dass auch sie auf der Suche nach der besten Lösung eines Problems sind. In der zur Zeit ablaufenden Auseinandersetzung werden dem jeweils anderen Unehrlichkeit – Verschleppungstaktik – Unfähigkeit etc vorgehalten. Was die Ratsmitglieder da in den Sitzungen vormachen, setzt sich in den Beiträgen bei Versammlungen von „Initiativen“ und in Leserbriefen fort. Das ist ein schlechtes Demokratieverständnis. Es ist das gute Recht der Minderheit, anderer Meinung zu sein und zu versuchen, wenigstens Teile ihrer Ansichten einzubringen in die späteren Beschlüsse. Es ist aber sehr schlechter Stil, die Mehrheit zu diffamieren und für schlicht unfähig zu erklären, anstatt sich mit der korrekt getroffenen Entscheidung abzufinden und sie zu akzeptieren. Schlechte Verlierer offenbaren einen erschreckend unterentwickelten Sinn für Fairness.

3. Schiller hat sich einmal so geäußert: Was ist Mehrheit? Mehrheit ist Dummheit! Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen!

Das klingt furchtbar anmaßend. Darin steckt aber viel Wahrheit, wenn man diesen Ausspruch richtig interpretiert:

Im Samtgemeinderat Suderburg sitzen 21 Volksvertreter. Zu entscheiden ist zum Beispiel. über den Bau einer kleinen Brücke. Die Mehrheit der Ratsmitglieder hat keine Ahnung, wie man eine Brücke baut.. Sie tut gut daran, Sachverstand von außen als Entscheidungshilfe hinzuzuziehen. Das Gleiche gilt doch wohl für den Fall Schule Gerdau.

In diesem konkreten Falle sind drei Dinge auseinander zu halten: das Wünschenswerte , das Nötige das Mögliche -Machbare:

a) Für das Wünschenswerte ist der Sachverstand der Eltern und der Pädagogen heranzuziehen.

b) Für das Nötige muss die Schule ihren Sachverstand geben.

c) Für das Mögliche und das Machbare erst sind die politischen Gremien zuständig.

Dabei ist es wichtig, dass diese Instanz nicht im Vorwege versucht, auf die unter a und b genannten Gruppen Einfluss zu nehmen. Die Eltern sollten in eigener Regie zu einer Meinung kommen.

Die Schulleitung etwa darf nicht unter Druck gesetzt werden, im Sinne einer Gruppe zu votieren, mit dem unausgesprochenen Hinweis:„anderenfalls gibt es Ärger“ !

Suderburg ist durch seine ständigen Querelen in sehr schlechtes Licht geraten. Natürlich sind daran jeweils nur die Anderen schuld, denn die sind stur und unzugänglich und inkompetent und....

Es wäre im Interesse der gesamten Region Suderburg an der Zeit, dieses Image gründlich und möglichst nachhaltig zu verbessern! Sachliche Argumente lassen sich immer gut durch Zahlen untermauern.

Wie wäre es denn, wenn man diesen Zahlen einmal mehr Gewicht gäbe als Wünschen? Die neuesten Erhebungen über die Entwicklung der Schülerzahlen im Kreis Uelzen fordern das geradezu! Anerkannte Persönlichkeiten beider „Gruppen“ sollten im kleinen Kreis und in Ruhe nach Lösungen suchen. Nicht berücksichtigt werden sollten dabei die Personen, die immer wieder gern in Problemen der Vergangenheit „rumrühren“ und schlafende Hunde wecken. Sie spalteten weiter, statt zu versöhnen! Ich wünsche mir dafür die Herren Jörg Hilmer und Hans-Hermann Hoff

Reinhard Schultze,

Suderburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare