Leserbrief

Wolfsfutter wird nur eingezäunt

Zum Thema Wolf, dem Umgang mit dem Raubtier sowie dem Schutz der Weidetiere durch Vergrämung und Zäune schreibt Dietrich Sannes aus Eitzen I.

Wer glaubt, dass man Raubtiere wider des Instinktes vergrämen kann, muss schon sehr naiv sein. Sie jagen immer nur dort, wo sie am leichtesten Beute machen können. Mit den herkömmlichen Elektrozäunen oder Knotengittern ist kein wirksamer Schutz von Weidetieren zu erreichen. Man zäunt im Prinzip nur Wolfsfutter ein. Der einzige Schutz wären nur einbeto–nierte Stahlgeflechte mit ausreichender Höhe. Diese Investition wird kein realistisch denkender Mensch vornehmen. Bestehende Pachtverträge sind zum Teil schon gekündigt.

Die Weidetierhaltung von Schafen und Mutterkühen wird bald der Vergangenheit angehören. Eine Nutzung unserer Naturschutzflächen durch Pferde ist wegen stauender Masse kaum möglich. Diese Flächen werden trotz höchstem Schutzstatus brach fallen.

Die bisher gezahlten Entschädigungen für Risse an Weidetieren nehmen sich im Vergleich zum Wolfsmonitoring geradezu lächerlich aus. Wenn man dann noch hört, wie im Fall Brockhimbergen, dass in Hannover niemand erreichbar war, um Entscheidungen zu treffen, so erfüllt mich das mit Zorn. Die überlebenden schwerstverletzten Damtiere sind elend verreckt. Das erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei. Die Verantwortlichen gehören auf die Anklagebank. Die völlig traumatisierten Tierhalter haben mein Mitgefühl. Äußerst verwerflich finde ich, dass sich einige Wolfsberater an und mit dem Wolf profilieren wollen. Herr Wenzel diskreditiert sich durch sein Verhalten selbst; er mutiert vom Umweltminister zum Wolfsminister. Er sollte über seinen Rücktritt nachdenken.

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