Bei Wolfsdebatte werden Ängste geschürt

Zum Bericht „Wolfsriss am Spielplatz“ (AZ vom 18. Februar) schreibt Anja Meyer aus Schmölau:.

2011 hatten wir Besuch von einem Wolf in unserem Garten. Am hintersten Ende befand sich ein Entenstall, mein Mann erwischte den Wolf, als er die letzte unserer Laufenten erbeutete und schließlich das Weite suchte. Erstaunt war ich damals und wütend, aber Angst hatte ich keine, auch nicht um unsere vier Kinder. Angst, wenn ich an meine Kinder denke, habe ich zum Beispiel vor Traktoren, die zu schnell am Hof vorbeifahren oder vor dem Zerfall von Demokratie und Frieden (...). Aber nicht vor dem Wolf.

Natürlich kann ich dennoch Eltern verstehen, die sich Sorgen wegen der Wölfe machen und natürlich kann ich Weidetierhalter verstehen die sich allein gelassen fühlen! Auch als Grünenmitglied will ich die Versäumnisse unserer Landesregierung nicht verschweigen: Geschädigte haben sich zu recht im Stich gelassen gefühlt und Dorfbewohner unserer „Wolfsregion“ wurden gar nicht oder viel zu spät informiert und aufgeklärt (...).

Aber all die berechtigte Kritik und Sorgen sollten uns nicht dazu verleiten, apokalyptische Angst zu schüren und unsachliche Forderungen zu stellen oder polemische Leserbriefe zu verfassen. Ich wünsche mir stattdessen eine undogmatische und sachliche Debatte.

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