AZ-Leserbriefe zur Wolfsdebatte

Der Wolf ist ein Regulator

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Wo Wölfe leben ist die Natur im Gleichgewicht, meint Olaf Perau aus Uelzen und appellierte an alle, die Wölfe verteufeln, sich einmal ausführlich mit dem Tier auseinanderzusetzen.

Rainer Altmann aus Wrestedt schreibt zum Artikel „DNA-Spur führt nicht zum Wolf“ vom 5. Dezember:

Ist es nur eine Posse oder eine bewusste Irreführung? Da ist ein Friedhofsgärtner von einem Tier gebissen worden. Andere Tiere schauten aus einiger Entfernung zu. Der angebliche Wolf biss in die Hand und rupfte am Pullover. Der Mann ging dann am nächsten Tag zum Arzt. Die DNA Analyse liegt vor. Kein Wolf, sondern nur DNA von Hund, Katze und Reh. Herr Umweltminister Liess bezweifelt in einer öffentlichen Stellungnahme, dass damit einwandfrei ein Wolfsbiss ausgeschlossen werden kann, und begründet das mit einer erst einen Tag später erfolgten Probeentnahme. Aussage von Herrn Holle, Samtgemeindebürgermeister von Tarmstedt: „Wir sind so schlau wie zuvor“. Fragen: Erstens: Der Biss eines Tieres hinterlässt immer DNA aus Speichel, abgenommen am nächsten Tag der Ereignisses, zweifelsfrei feststellbar. Herr Liess sollte die forensischen Mediziner befragen. Zweitens: Ist die Läsion des Friedhofsmitarbeiters so gering gewesen, dass er sie erst am nächsten Tag meldete? Könnte ihn jemand dazu veranlasst haben, es mit einem Wolf in Verbindung zu bringen? Drittens: Warum sollte ein Wolf, das nunmehr „gefährlichste“ Raubtier in unseren Breiten, bei einem Biss in die Hand und einer „Pulloverrupfung“ belassen? Viertens: Wie ahnungslos muss der gebissene Mann sein, um die Gefahren eines Wildtierbisses nicht einschätzen zu können – zum Beispiel Tollwut. Fünftens: Ist es letztendlich vorstellbar, dass passionierte Wolfsgegner wieder einmal eine Gelegenheit hatten, um mal ordentlich publik zu werden. Falls nicht, bewegen sich sowohl unser Umweltminister als auch Herr Holle im sogenannten Tal der Ahnungslosen. Ich überlasse es den Lesern, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Olaf Perau aus Uelzen äußert sich folgendermaßen zur Wolfsdebatte:

Es ist schon traurig, wenn man immer wieder von so einfältigen Biologen oder noch einfältigeren Jägern wie Herrn Pfannenstiel liest, die weder den Wolf noch die Natur wirklich verstanden haben. Der Wolf, ursprünglich von der Natur als Regulator entworfen, ist dazu da, Wildbestände in ihrer Zahl im Zaum zu halten. Dass ihm das mit dem Menschen nicht gelingen wird, ist erstens dem Umstand zu verdanken, dass der Mensch der wohl einzige natürliche Feind des Menschen ist und zweitens maßt sich der selbst ernannte „Hauptbewohner“ dieses Planeten oft genug an, Tiere, die ihm gefährlich werden könnten, selbst bis zur Ausrottung regulieren zu müssen. Leider wird er das auch wieder mit dem Wolf schaffen, so wie vor über hundert Jahren. Gebetsmühlenartig weisen Biologen und Wolfkenner, zu denen Herr Pfannenstiel nicht gehört, darauf hin, dass die Natur dort im Gleichgewicht ist, wo der Wolf präsent ist. Und wenn wir schon dem Wolf durch unsere vielen Nutztiere das Fressen auf dem Silbertablett präsentieren, dann müssen wir unser Vieh natürlich viel besser schützen. Wir machen es dem Wolf ja dadurch auch sehr einfach, an seine Nahrung zu kommen. Und glauben sie bitte nicht, liebe Leserinnen und Leser, dass sich ein wildes Tier wie der Wolf durch sogenannte „erzieherische Maßnahmen“ in unser Leben integrieren lässt. Nein! Wir haben uns auf den Wolf einzulassen, nicht der Wolf auf uns. Alles Andere wäre auch arrogant. Befasst euch endlich mit diesem schönen, wichtigen und großartigen Tier! Dann seid ihr auch nicht mehr gegen ihn!

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