Wolf war Jagdkonkurrent

Reaktion auf Leserbrief „Wölfe sind Tiere mit Gefahrenpotenzial“, von Dr. Hubertus Graf Grote AZ vom 1. Juni:.

Zunächst erst einmal zu den von Graf Grote angeprangerten Kostenerstattungen für Wolfsrisse durch staatliche Subvention: Die bisher in Deutschland für Schutzmaßnahmen gegen Wolfsschäden und für durch Wölfe gerissene Nutztiere in all den Jahren gezahlten Subventionen sind insgesamt niedriger, als die Subventionen, die viele landwirtschaftliche Großbetriebe als jährliche (Subventions-)Zahlung erhalten. Soviel sollte uns der Naturschutz wohl durchaus auch wert sein!

Danke, Herr Dr. Grote, dass Ihre Vorfahren in 500 Jahren einen beträchtlichen Teil des hiesigen Waldes aufgebaut haben. Allerdings hat und hätte die Natur das mindestens genauso gut gekonnt, wie Ihre Vorfahren. Nur roden hätte die Natur den Wald nicht können – das konnten nur Ihre Vorfahren, um hierzulande Ackerbau zu betreiben. Und Wölfe haben Ihre Vorfahren nur abgeschossen, weil sie die Wölfe als unerwünschte Jagdkonkurrenz angesehen haben.

Zur Gefährlichkeit der Wölfe schreibt die Jägerschaft Uelzen in ihrer Homepage: „Wölfe sind große Raubtiere, die körperlich durchaus in der Lage sind, einen Menschen zu töten oder zu verletzen. Die Angst vieler Menschen vor dem Wolf steht jedoch in keinem Verhältnis zu dessen tatsächlicher Gefährlichkeit. Neuere Fälle sind selten, obwohl die Zahl der Wölfe zunimmt. Der Staat mutet einem jeden einzelnen Bürger ein größeres Risiko durch Atomkraft, Autoverkehr oder auch den zugestandenen legalen Waffenbesitz und der befugten Jagdausübung zu.“

Wölfe gehören nach ihrer Art zu den menschenscheuesten Tieren überhaupt. Verliert der Wolf diese Scheu, weil er vom Welpenalter an an Menschen gewöhnt wurde, dann kann es wie in dem von Ihnen erwähnten Fall im schwedischen Tierpark durchaus auch zu tödlichen Zwischenfällen kommen.

In einem bin ich übrigens mit Ihnen einer Meinung: Da den Krähen, Dohlen, Elstern, Eichelhähern die natürlichen Feinde abhanden gekommen sind, sollten sie zum Schutz der „Singvögel“ sowie von Jungen anderer Tierarten mindestens kontrolliert bejagt werden dürfen.

Norbert Blazytko,

Rosche/OT Nateln

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