Leserbrief

Der Wolf gehört hier nicht her

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Der Umgang mit dem Wolf ist für Heinz-Günter Waltje völlig falsch. Das Raubtier ist für ihn völlig verzogen worden.

Zum Thema Wolf und speziell zum Leserbrief von Thorsten Arndt „Mensch ist so grausam wie der Wolf“ (AZ am 13. Dezember) schreibt Heinz-Günter Waltje aus Bienenbüttel:

Die Geschehnisse mit dem Wolf, der Umgang der Politik mit dem Thema und einzelne Kommentare fordern mich heraus, auch meine Meinung zu schreiben. Lieber Herr Arndt, mit der Überschrift über Ihrem Kommentar „Mensch ist so grausam wie der Wolf“ haben Sie im Allgemeinen recht, wenn man an Syrien und diverse Probleme in der Welt denkt. Aber darum geht es hier nicht. Sie schreiben weiter: Bislang gibt es keine Verletzten durch Wolfsangriffe, sondern ausschließlich emotional aufgeladene Angst. Wenn Sie in derselben AZ-Ausgabe einige Seiten weiterblättern, sehen Sie auf der Seite sieben oben rechts ein Bild. Ist das emotional aufgeladene Angst? Nein, das sind 23 tote Tiere, die vermutlich einen qualvollen Tod erlitten haben, wie viele andere Schafe, Heidschnucken, wie wir es beinahe täglich in der AZ lesen können. Versetzen Sie sich einmal in die Situation von Gina und Jochen Strampe, wenn sie als Tierhalter dieses Blutbad erleben müssen.

Ich bin kein Weidetierhalter, kein Jäger und kein Wolfshasser und stehe nicht im Verdacht, irgendeiner Gruppe zum Munde zu reden, aber der Wolf gehört hier nicht her. Der Wolf kann nichts dazu, aber unser Umgang damit ist völlig falsch. Wir „verziehen“ den Wolf mit unserer falschen Rücksichtnahme. Wenn selbst die Wolfsberater verzweifelt nach Lösungen suchen, ist es meines Erachtens fünf nach zwölf. Für viele Opfer ist es ohnehin zu spät. Den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, ist vermutlich der erste Schritt in die richtige Richtung. Aber ich glaube, dass das nicht einmal ausreichen wird.

Bisher habe ich mich immer gefreut, wenn ich eine Schafsherde oder Heidschnucken, wenn ich Rehwild oder Damwild in der Natur oder auch im Gehege gesehen habe. Wie lange haben wir diese Vielfalt noch? Den Wolf habe ich in meinen 68 Jahren noch nie vermisst. Noch ein Wort zur Politik, bzw. speziell zu unserem grünen Umweltminister Wenzel. Wenn sich dieser vor Entscheidungen drückt, weil er auf seine Wähler in der Stadt (wie er es öffentlich erklärt hat) Rücksicht nehmen muss, ist dies ein Skandal für sich und unser Ministerpräsident sollte die Entlassung seines Ministers nicht auf die lange Bank schieben.

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