Woher weiß der Kreis das?

Die Turnhalle des Lessing-Gymnasiums ist die zweite Sammelunterkunft für Flüchtlinge an einer Schule in der Stadt Uelzen.
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Die Turnhalle des Lessing-Gymnasiums ist die zweite Sammelunterkunft für Flüchtlinge an einer Schule in der Stadt Uelzen.

Zum Beitrag „Haben die Lage im Griff“ über die Belegung der LeG-Turnhalle mit Flüchtlingen (AZ v. 24. Oktober) meint Rainer Pehlke aus Süttorf:

War das alles!? Der Erste Kreisrat, Uwe Liestmann, wischt die vom Vorsitzenden des Schulelternrates des Lessing-Gymnasiums vorgebrachten Bedenken gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in der Turnhalle des LeG kurz und bündig vom Tisch: Ein Sicherheitskonzept erübrige sich, weil es sich ja um Menschen handele, die „größtenteils vor Verfolgung, Folter, Vergewaltigung oder gar Tod“ geflohen und somit keine Gefahr seien. Leider teilt uns Herr Liestmann nicht mit, woher er das eigentlich weiß. Zunächst einmal ist es ausweislich der Anerkennungsquoten des Bundesamtes für Flüchtlinge und Migration und der Wanderungswege über sichere Drittstaaten nur eine Minderheit der Flüchtlinge, die tatsächlich aufgrund einer unmittelbaren Gefahr an Leib und Leben nach Deutschland gekommen ist. Das sollte auch dem Landkreis bekannt sein.

Doch davon abgesehen: Woraus schließt Herr Liestmann, dass man Menschen, die aus Gegenden kommen, in denen Bürgerkrieg, Mord und Grausamkeiten an der Tagesordnung sind, gefahrlos auf einem Schulgelände unterbringen kann?

Vor allem aber erwähnt Herr Liestmann mit keinem Wort, dass es in den vergangenen Monaten in einer Reihe von Flüchtlingsunterkünften zu Erpressung, religiöser Ausbeutung und ethnisch motivierten Massenschlägereien gekommen ist; dass der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, von „knallharten kriminellen Strukturen“ in Flüchtlingsunterkünften gesprochen hat; dass Mangel an Respekt vor Einsatzkräften der Polizei und Feuerwehr und Geringschätzung von Frauen durch die mehrheitlich jungen und männlichen Migranten Thema in den Medien gewesen ist.

Vor diesem Hintergrund habe ich als Vater einer 13-jährigen LeG-Schülerin kein Verständnis für die nonchalante Art, mit welcher der Landkreis die Sicherheitsfrage behandelt. Mag ja sein, dass die Sache gut geht, aber es ist Aufgabe von Politik und Verwaltung das durch Taten sicherzustellen – und nicht die Lebensrealität mit frommen Sprüchen und Durchhalteparolen zuzudecken.

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