Mit Wölfen leben lernen

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Ein Jungwolf streift durch ein Gehege des Wolfscenters Dörverden (Kreis Verden). In der vergangenen Woche wurde Wolf Kurti aus dem Munsteraner Rudel erschossen. Er hatte sich mehrfach Menschen genähert und auch den Hund eines Spaziergängers angefallen. Das Thema bewegt Michael Schulz.

Zur Kolumne „Kurti: Nachruf auf ein Wildtier’“ (AZ vom 30. April) schreibt Michael Schulz aus Uelzen.

Ja, es ist schade! Aber!? Ein freigeborenes Tier, gewohnt frei zu leben. Da soll es besser für dieses Tier sein, es isoliert bis ans Lebensende in einem Gehege zu halten? Wer denkt bitte mal an die Psyche der Tiere, sie haben Gefühle wie wir. Wölfe sind uns sehr ähnlich. Sie haben Familien, die sie versorgen und beschützen. Für mich wäre das so, als wenn ich als Diabetiker ins Zuckerkoma rutschen würde und nur durch Maschinen leben würde. Ist das ein Leben? Das ist auf Grundfunktionen reduziertes Funktionieren. Ich würde dann lieber sterben wollen.

Leben heißt nicht nur essen und trinken. Leben heißt Freunde treffen, machen, was einem Spaß macht. Ihr lieben Leute, die alle Tiere immer als Kuscheltiere seht, denkt bitte mal darüber nach. Ich habe in meinem Leben viel von den amerikanischen Ureinwohnern gelernt. Alles hat eine Würde, und alles, was von „Mutter ernährt wird“, ist mit uns verwandt und verdient Respekt. Dazu gehört, dass ein freies Wesen auch frei und nicht in Gefangenschaft leben kann. Schön, dass die Wölfe zurück sind, wir müssen wieder lernen, mit ihnen zu leben. Es sind keine Kuscheltiere.

Zum Artikel „Kreishaus in Bad Bevensen“ (AZ vom 27. April) schreibt Wilfried Kuhn aus Linden:

Bad Bevensen hat den Ruf einer Kurstadt, hat aber bereits heute mit dem Straßenverkehr zu kämpfen. Jetzt sind einige Bürger auf den, ihrer Meinung nach, grandiosen Gedanken gekommen, die Kreisverwaltung nach dort zu verlegen. Die Verwaltung bringt zwangsläufig erhöhte Abgase und Lärm mit sich. Da frage ich mich ganz einfach: Geht‘s nicht noch besser?

Auch die Erklärungen über das Telekom-Gebäude finde ich wenig hilfreich. Ich habe noch nicht einmal gelesen, dass mit den derzeitigen Mietern jemals Kontakt aufgenommen wurde. Vielleicht möchten ja einige Mieter durchaus vorzeitig die Mietverträge beenden oder würden das Gebäude bei entsprechenden Angeboten verlassen.

Zum Schluss möchte ich in diesem Zusammenhang noch bemerken, dass es doch selbstverständlich ist, dass die Kreisverwaltung Grundstücke aus dem eigenen Besitz bevorzugt. Es wäre ja geradezu fahrlässig und strafwürdig, wenn das bei der augenblicklichen Finanzlage nicht so wäre.

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