Wölfe sind Tiere mit Gefahrenpotenzial

Leserbrief zum Artikel „Wolf reißt bummelnde Schnucke“, AZ vom 22. Mai:.

Der Schäfer lässt die Schnucke bummeln und wird dennoch für den „nachgewiesenen Wolfsriss“ entschädigt, obwohl kein Rechtsanspruch darauf besteht. Und wenn der ach so gnädige Staat kein Geld mehr dafür bereithält, dann helfen doch starke und teure Elektrozäune. Wie wohltätig und rührend verhält sich dieser vom Naturschutzgedanken gebeutelte Staat gegenüber den durch die Wiedereinführung der Wölfe zumindest in ihrer Lebensqualität enteigneten Bürgern!

Meine Vorfahren, die in 500 Jahren einen beträchtlichen Teil des Waldes in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg aufgebaut haben, würden dazu sagen: „Die werden schon merken, warum wir die Wölfe totgeschossen haben!“

„Uns ist nicht bekannt, dass Wölfe in freier Wildbahn Menschen angegriffen haben!“, hört man immer wieder. Was ist, wenn sie sich doch so wie im Gehege neulich wohlgenährt verhalten haben, wo sie eine Pflegerin töteten? Reden wir Klartext:

Erstens: Wölfe sind Tiere mit einem Gefahrenpotenzial, dessen Ausmaß strittig ist.

Zweitens: Es besteht kein Anspruch auf Ausgleich des Schadens durch Wölfe, gegen die man sich durch teure Elektrozäune vielleicht schützen kann.

Drittens: Irgendwann wird die vom Land bereitgestellte Summe nicht mehr für die geschilderten Wohltaten ausreichen.

Viertens: Die Landesverwaltung kann nur bei nachweislicher Verursachung durch Wölfe für Schäden zahlen. Vielfach wird für die Betroffenen der Zeit- und Geldaufwand für diesen Nachweis den Verlust beträchtlich übersteigen, sodass sich der Betroffene die Verlustanzeige dreimal überlegen wird. Gut für die Staatskasse, aber auch für den Geschädigten?

Fünftens: Was ist das Ziel der „Naturschützer“? Wollen sie ein Land ohne Menschen außerhalb der Städte? Die Menschen werden vor den ihnen aufgebauten Lebenserschwernissen weiterhin vom Land fliehen.

Sechstens: In der Zielplanung des Naturschutzes sehe ich weitere Lebenslügen:

a) Sie fordern den Ortolanschutz und sind bereit, ihm Autobahnen zum Opfer zu bringen. Dabei verbieten sie den Abschuss der Rabenvögel, unter anderem von Elstern, die die Ortolan-Nester ausräumen. Soll es denn hier so werden wie in Tokio, wo wir 2001 nur noch Krähen und Dohlen hörten und sahen, aber Singvögel auch nicht in großen Tempelparks, wo ich sie früher gehört und gesehen habe?

b) Die Elbaue soll gleichzeitig Vogelzugsgebiet und Naturschutzgebiete und Verbuschung und Auenwald sein. Was denn nun?

Dr. Hubertus Graf Grote,

Jelmstorf

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