„Wirres Radwegekonzept“

Die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr ist seit Jahrzehnten Thema in der Kommunalpolitik.
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Die Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr ist seit Jahrzehnten Thema in der Kommunalpolitik.

Zum Thema Sicherheit für den Radverkehr in Bad Bodenteich schreibt Heinz Priebe aus Bad Bodenteich der AZ.

Wie man liest, sollen um die zehn Milliarden Euro für die Flüchtlingsaufnahme ohne weitere Geldaufnahme noch bewältigt werden können.

Mit vermutlich weniger als 0,1 Prozent einer solchen Summe ließe sich Bad Bodenteich mit seinen Nachbarorten vom verheerenden Durchgangsverkehr befreien, der unter anderem das Radfahren lebensgefährlich macht.

Am 16. November streifte ein Autofahrer einen jugendlichen Radfahrer auf der Straße von Bodenteich nach Schafwedel, was glimpflich abging (AZ vom 18. 11.: „Pkw streift Jungen – Autofahrer flüchtet“). Seit Jahren wird bei dieser Straße um einen Radweg gerungen. In Bodenteich selbst wurde dagegen unnütz Geld für ein Radwegekonzept ausgegeben, das leider so wirr ist, dass sich kaum ein Radfahrer damit auskennt und die meisten so fahren, wie es ihnen beliebt, nämlich auf der Straße, auf Teilen angedeuteter Radwege und auf Gehwegen sowieso. Es fragt sich, wo da die gewünschte Sicherheit bleibt.

Endlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass es sinnvoll ist, mit einem Rad innerorts auf der Straße zu bleiben (AZ am 8. 10.: „Pedalritter müssen innerorts auf der Straße fahren“), wo Autofahrer sie besser im Auge behalten können. Unfälle passieren nämlich, wenn Radler aus unübersichtlichen Randbereichen herausschießen.

Die beste und eine recht einfache Methode, im Ort Autofahrer ständig auf mögliche Radfahrer hinzuweisen, sind Schutzstreifen und zwar zu beiden Seiten der Fahrbahn. Das ist in Bodenteich leider nicht so, und zwar wegen folgender, geradezu gemeingefährlicher Regelung der Straßenverkehrsordnung: „Der abzüglich Schutzstreifen verbleibende Fahrbahnteil muss so breit sein, dass sich zwei Personenkraftwagen gefahrlos begegnen können.“ Nein, in Bodenteich, wie auch in den meisten anderen Orten, müsste es bei Gegenverkehr Autofahrern verboten sein, Radfahrer zu überholen.

Mit der schon seit Langem geforderten Ortsentlastung, die in der Art eines Trassentausches überwiegend auf bestehenden Straßen und Wegen verlaufen würde, wären die Gefahren für Radfahrer nicht nur in Bodenteich, sondern im ganzen Kirchspiel weitgehend behoben.

Abschließend sei noch etwas erwähnt: Mit der zu erwartenden Flüchtlingsmenge von wahrscheinlich mehr als 50 Prozent der bestehenden Einwohnerzahl wird sich so, wie es jetzt ist, die Lage in Bad Bodenteich zusätzlich verschlimmern. Denn viele der Flüchtlinge werden vom ehemaligen BGS-Gelände mit dem Fahrrad in den Ortskern kommen (AZ vom 21./22.11: „Fahrräder für Flüchtlinge“).

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