Leserbrief

Es wird herumgeeiert

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Das Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD trägt laut AZ-Leser Herbert Seerau keine sozialdemokratische Handschrift.

Zu den Sondierungsgesprächen von CDU/CSU und SPD sowie zum Streit über das Ergebnis innerhalb der Sozialdemokratie schreibt AZ-Leser Herbert Seerau aus Bad Bevensen:

Zunächst muss man erwähnen, dass die Parteien sich ein Armutszeugnis ausstellen, da vier Monate nach der Bundestagswahl noch keine handlungsfähige Regierung zustande gekommen ist. Seit 1949 hat es so etwas noch nicht gegeben. Es zeigt sich immer wieder, dass in der Politik die fähigen und schlauen Köpfe fehlen. Der Wähler ist sehr enttäuscht. Trotz der Einigung bei den Sondierungsgesprächen sind wir von den Koalitionsverhandlungen noch weit entfernt.

Die Führungsspitze der SPD mit Martin Schulz muss in den Landesverbänden bei den Mitgliedern noch erhebliche Überzeugungsarbeit leisten, um beim Sonderparteitag am 21. Januar nicht eine klatschende Ohrfeige zu kassieren. Nach dem Parteitag werden noch alle Mitglieder schriftlich befragt. Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche von CDU, CSU und SPD sind in einem 28-seitigen Papier zusammengefasst. Beim Durchlesen muss man feststellen, dass dieses Papier nicht eindeutig die Handschrift der Sozialdemokratie trägt. Die wenigen finanziellen Zugeständnisse werden mit der Zeit durch steigende Abgaben und Lebenshaltungskosten mehr oder weniger aufgefressen, und am Ende bleiben die Großen verschont, und die kleinen Leute ziehen wieder den Kürzeren. Darüber sind viele SPD-Mitglieder verärgert.

Außerdem muss man betonen, dass Martin Schulz am Wahlabend nach Schließung der Wahllokale großspurig verkündet hat, mit der SPD wird es auf keinen Fall eine große Koalition geben, da die Partei von den Wähler abgestraft worden sei und somit keinen Regierungsauftrag erhalten habe. Sollten tatsächlich Koalitionsverhandlungen geführt werden und eine Große Koalition zustande kommen, geht es den Herrschaften in erster Linie nicht nur um Deutschland, sondern darum, an der Macht zu bleiben und ihre sehr gut bezahlten Posten zu behalten. Es wird nur noch herumgeeiert.

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