Will Uelzen das Marktcenter?

Leserbrief zu „Marktcenter: Stadt verlängert Frist“, AZ vom 10. Oktober:.

Einigermaßen konsterniert lese ich, dass die Investorengesellschaft, die das sogenannte Marktcenter bauen und das ehemalige Tep&Tap-Gebäude scheinbar nur belegen wollte, nicht genug Geld hat und dass unsere Uelzener Leitung dem Antrag auf Verschiebung des Baubeginns scheinbar anstandslos zugestimmt hat. Ich habe von Anfang an den Nutzen, der sich aus diesen neuerlichen Bauprojekten für uns als Uelzer ergeben soll, nicht erkennen können und stelle die Sinnhaftigkeit inzwischen noch mehr Zweifel.

Weder eine Belebung der Innenstadt wird sich hieraus ergeben, noch wirtschaftliche Vorteile. Das einzige, was passieren wird, ist in meinen Augen, dass der sehr gute Rewe-Markt an der Veerßer Straße, der nur etwa 600 Meter entfernt vom zukünftigen neuen Rewe-Markt liegt, deutlich weniger Kunden haben wird, wie das hervorragend geführte Euronics-Elektrofachgeschäft am Nordrand Uelzens.

Mich wundert übrigens, dass die Investitionssumme ursprünglich mit 28 und jetzt erstaunlicherweise mit 15 Millionen beziffert wird. Und das als Begründung für die Bauverschiebung „explodierende Baustoffkosten“ angegeben werden, löst in mir nur ein leichtes Kopfschütteln aus. Nach meinem Kenntnisstand lag die Inflationsrate in den letzten zwei Jahren auf einem erstaunlich tiefen Niveau. Wo soll da die Explosion hergekommen sein?

Da ich fast nur Menschen kenne, die vehement gegen diese Baumaßnahme sind, würde ich es für dringend angezeigt halten, wenn man endlich mal eine offene Befragung unter Uelzens Bevölkerung gemäß der Fragestellung durchführen würde: „Soll Ihrer Meinung nach der ehemalige Wochenmarktplatz überhaupt bebaut werden?“ Zumindest so stelle ich mir die gelebte Demokratie vor.

Carsten Hinrichs,

Gr. Liedern

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