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Zur Diskussion über eine Ganztagsgrundschule in Uelzen:

Als Leiterinnen von vier Kindertageseinrichtungen in der Kernstadt von Uelzen hoffen wir auf die Einrichtung einer gebundenen Ganztagsgrundschule. Die Notwendigkeit einer rhythmisierten Ganztagsgestaltung von Unterrichts-, Betreuungs- und freien Zeiten erleben wir tagtäglich. Jedes Jahr kommen aus unseren Einrichtungen im Durchschnitt 80 Kinder zur Schule und unsere Erfahrung belegt, dass viele von ihnen in diesem System/diesen Strukturen „untergehen“- weil sie entweder überfordert oder unterfordert sind. Keine noch so engagierte Lehrerin kann den individuellen Lernbedürfnissen der Kinder gerecht werden, wenn sie 28 Kinder in der Klasse hat und festgelegte Lernziele in einem festgelegten Zeitrahmen erreichen soll. Lernen und Entwicklung geschieht nun mal nicht im Gleichschritt.

Aus der engen Zusammenarbeit mit den Grundschulen wissen wir, dass Schulleiter und Schulleiterin unsere Meinung teilen: Grundschulen müssen zu einem ganzheitlichen System von Bildung, Erziehung und Betreuung werden. Unterricht, ergänzende Förderung, Angebote im musischen und sportlichen Bereich müssen inhaltlich und organisatorisch aufeinander bezogen und auf die Lern- und Lebensbedürfnisse der Kinder ausgerichtet sein. Und das kann nicht in vier Stunden am Vormittag erreicht werden!

Als Beispiel seien hier Kinder mit Migrationshintergrund genannt, die eine echte Chance bekämen, wenn sie gemeinsam mit den Lehrkräften ihre „Hausaufgaben“ machen könnten. Lehrkräfte bekämen eine echte Chance, wenn sie mehr Zeit für ihre Schüler und Schülerinnen hätten, sie „ganzheitlich“ kennen lernen könnten. Kinder aus sozial benachteiligten Familien bekämen eine echte Chance, wenn sie in der Schule ein Instrument erlernen oder eine Sportart betreiben könnten. Eltern bekämen eine Chance, Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können und Alleinerziehende hätten mehr Chancen bei der Jobsuche.

Eine Mutter, die für ihr Kind erst einen Ganztagsplatz in der Krippe und jetzt im Kindergarten hat, brachte es auf den Punkt: „Wir fallen in ein Loch, wenn unsere Kinder zur Schule kommen“.

Beate Schröder, Maren Kurpierz, Petra Schlechter, Ute Chlechowitz

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