AZ-Leserbrief

„Wichtige Sache nicht dem Spaßfaktor opfern“

+
AZ-Leser Jörg Grützmann warnt vor einer dauerhaften Einführung der Sommerzeit in Europa.

Zum Thema Zeitumstellung erreichte die AZ-Redaktion folgender Leserbrief:

Bevor die Sommerzeit eingeführt wurde, gab es die sogenannte „Mitteleuropäische Zeit“ (MEZ). Eine „Winterzeit“, wie die MEZ so oft negativ-suggerierend genannt wird, existiert nicht. Gerade deswegen sollte der Begriff nicht ständig falsch eingesetzt werden. Die Zeitumstellung ist ein Problem für Mensch und Tier. ...

Die Umstellung wird vor-aussichtlich bald abgeschafft. Jetzt aber Obacht: Nur, weil Erwachsene länger in Bierkneipen und auf dem Balkon in der Sonne sitzen wollen, dürfen wir eine solch wichtige Sache nicht diesem Spaßfaktor opfern. Die MEZ ist seit Anbeginn aller Zeiten auf die Bedingungen des Menschen abgestimmt. Eine immerwährende Sommerzeit einzuführen, bedeutet, Kinder ab Herbst bis zum Frühjahr morgens im Dunkeln, die Gefahr von Depressionen mit eingeschlossen, zu Schule zu schicken. Es ist bekannt, dass der Lerneffekt ein niedrigerer ist, je länger es morgens dunkel ist. Die Europäer ... werden langfristig dümmer; es wird weniger produziert, das Bruttosozialprodukt sinkt. Und sage keiner: Wir sollten es ausprobieren. Das haben wir lange genug gemacht. Schöne Sommerabende sind im Dunkeln bei Kerzenlicht viel schöner – auch im Biergarten kann man das genießen. Der Spaßfaktor der Sommerzeit sollte zugunsten der Kinder nicht zu hoch gehängt werden. ...

Jörg Grützmann, Oldenburg

---

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare