Wir werden austreten

Zur Jahreshauptversammlung des Kinderschutzbundes in Bad Bevensen:

Eigentlich wollte ich keinen Kommentar abgeben, um nicht wieder Öl ins Feuer zu gießen. Der Bericht in der AZ vom 20. April erfordert aus meiner Sicht jedoch einige ergänzende Bemerkungen.

Es klingt in dem Artikel an, dass der Abend nicht nur harmonisch verlief. Nicht die Anträge, die von Frau Bautsch-Ludolfs und mir eingebracht wurden, konnten dafür verantwortlich gemacht werden sondern die Reaktion des Vorstandes darauf. Wir hatten die Anträge gestellt, um auf verschiedene Fragen Antworten zu erhalten sowie um konstruktive Anregungen zur Arbeit des Kinderschutzbundes zu geben unter Würdigung und Anerkennung aller positiven und engagierten Aktivitäten seiner Mitarbeiter. Auch einige kritische Anmerkungen waren dabei vorgesehen, über die man hätte reden können. Eine Reihe von Punkten konnte befriedigend und kurz geklärt werden. Bei allen Themen, hinter denen man kritische Anmerkungen auch nur vermuten konnte, wurde jede Diskussion von vornherein unterbunden, wobei entsprechende Zurufe aus dem Publikum zum Anlass genommen wurden, ein Ende der Erörterung herbeizuführen. Wir empfinden ein solches Verhalten als ausgesprochen undemokratisch und eines gemeinnützigen Vereins für unwürdig. Gegebenenfalls muss man auch einmal Kritik aushalten können. Einen solchen Kritikpunkt in einer ganz wichtigen Angelegenheit müssen wir leider weiterhin aufrechterhalten, obwohl sie schon im letzten Jahr zu heftigen Turbulenzen im Kinderschutzbund mit etlichen Austritten, u.a. von vier Vorstandsmitgliedern, geführt hat. Dieser Punkt stand als letzter auf unserer Antragsliste. Wir hofften, dass nach der im letzten Jahr geführten Debatte der Umgang mit Geld nicht länger so erfolgt, dass er angreifbar ist, und hatten hierüber eine bestätigende Auskunft erbeten und erwartet. Wie bekannt, ging es darum, dass die erste Vorsitzende, Frau Benecke, bei öffentlichen Veranstaltungen mit Beteiligung des Kinderschutzbundes, z. B. durch Kuchenverkauf, zwischendurch Geld aus der Kasse nahm und in die Tasche steckte, um es andernorts zu zählen. Dabei wurden die notwendigen Spielregeln, dass nämlich eine zweite Person nach dem Vier-Augen-Prinzip dabei ist und beide die entnommene Summe quittieren, nicht beachtet. Wir mussten von Frau Benecke erfahren, dass immer noch in gleicher Weise unkorrekt und in jeder Weise juristisch angreifbar verfahren wird. Erschüttert hat uns dabei besonders, dass Frau Benecke in ihrem Verhalten lautstark von der Mehrheit des Publikums unterstützt wurde und uns unterstellt wurde, wir würden ihr Unehrlichkeit vorwerfen und wollten darüber hinaus als Krawallmacher nur die Arbeit des Kinderschutzbundes schlecht machen. Besonders betroffen bin ich davon, dass selbst Personen, die ich als klug und besonnen kenne, nach der Versammlung im persönlichen Gespräch den geschilderten Sachverhalt decken wollten und nichts Anstößiges dabei finden mochten.

Meine Frau und ich sehen keinen Sinn mehr darin, einem Verein, für den man sich positiv einsetzen möchte, aber in dem man nicht reden darf, weiterhin anzugehören. Wir werden austreten.

Uwe Krieg,

Masbrock

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