Weniger Straße, mehr Schiene

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Zu „Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen stößt in Uelzen auf Kritik“ (AZ v. 13. Mai) meint Borvin Wulf aus Suderburg:

„Diese Entscheidung sei eine Katastrophe für eine autobahnferne Region wie den Kreis Uelzen, schimpft Hubertus Kobernuß, Spediteur und Vizepräsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg.“ Mit Verlaub, Herr Kobernuß redet nicht nur bullshit. Seine den AZ-Leser belehrende Kritik soll nicht nur verdecken, dass ihn die aus Klimaschutzgründen zwingend notwendige Strategie „weniger Straße – mehr Schiene“ einen feuchten Kehricht interessiert, sondern dass für ihn – auf Kosten der Allgemeinheit – sein Profit den höchsten Rang genießt, insoweit die immens hohen direkten und indirekten Kosten, die aufgrund des Befahrens von Bundes- und Landstraßen mit Fahrzeugen des Schwerlastverkehrs entstehen, letztendlich die Allgemeinheit zahlt: Straßen und Brücke müssen häufiger repariert werden, von den entstehenden Umwelt- und Gesundheitskosten gar nicht zu reden.

Herr Kobernuß redet auch mit gespaltener Zunge. Jeder weiß, dass er zu den A 39-Befürwortern zählt. Derartig frenetisch kämpft er – auch hinsichtlich seines eigenen Speditionsbetriebs – für die möglichst baldige Anbindung einer zu bauenden A 39 an die Stadt Uelzen, sodass jeder Mensch logischerweise davon ausgeht, dass Herr Kobernuß seine Lkw-Fernverkehrsflotte dann natürlich auch über die neue Autobahn und nicht mehr über parallel zur A 39 verlaufende Bundes- und Landesstraßen rollen lässt.

Unsinn ist im Übrigen Herrn Kobernuß’ Behauptung, wenn die holzverarbeitenden Betriebe in Uelzens Hafen gewusst hätten, dass eines Tages eine Bundesstraßenmaut erhoben wird, hätten sie sich nicht im Kreis Uelzen angesiedelt.

Richtig ist demgegenüber, dass diese Betriebe in Sachen für sie günstiger Verkehrsinfrastruktur sich wegen des Elbe-Seitenkanals in Uelzens Hafen sowie wegen vorhandener Gleisanschlüsse niedergelassen haben, auch wenn die Trassengebühren der Deutschen Bahn in den letzten zehn Jahren überproportional gestiegen sind.

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