AZ-Leserbrief

„Welche Krankheiten sind gemeint?“

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(Symbolbild)

Zum Artikel „Therapieansatz ohne Medikamente“, AZ vom 18. Juni, schreibt dieser AZ-Leser:

Ein „Zentrum für Betreuung und Pflege“ in Uelzen bietet neuerdings für seine Senioren einen nichtmedikamentösen Therapieansatz mittels „Korianfit“ an. Dieses Verfahren soll Konzentration und Bewegungsfähigkeit trainieren, also Hirnleistung und Mobilität.

Defizite in diesen Bereichen sind üblicherweise Symptome bestimmter Erkrankungen.

Da fragt man sich als Arzt natürlich: Welche Krankheiten sind gemeint? Und wer stellt die Indikation zu diesem „Therapieansatz“?

Eine Therapie ist grundsätzlich ein Mittel zur Heilung oder zumindest Besserung einer Erkrankung, also ziel- und ergebnisorientiert. Diese Mittel müssen dementsprechend dosiert werden, Nebenwirkungen, die bei einer wirksamen Therapie nie ausbleiben, müssen beobachtet werden.

Der Behandlungsverlauf muss kontrolliert werden, und nicht zuletzt muss auch noch das Ergebnis überprüft werden.

Und das alles muss darüber hinaus auch noch dokumentiert werden.

Wie steht es damit beim „Therapieansatz ohne Medikamente“ mittels „Korianfit“? Falls das alles nicht gegeben ist, kann man auch nicht von einer Therapie bzw. einem Therapieansatz sprechen.

Dann ist das allenfalls eine tagesstrukturierende Animation.

Dr. Christoph Adler, Bad Bodenteich

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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