„Weißer Fleck“ steht für Natur

Leserbriefe zu den Artikeln, „Ist B-4-Ausbau Alternative zur A39?“, AZ vom 10. September, „A 39: Delekat fordert Weitsicht“, 12. September, sowie zum Leserbrief „Praxisfremde Darstellungen“, AZ vom 14. September.

Es ist eine immense Bewegung, die sich der Bekämpfung jeglicher Autobahnbauten mit fanatischer Permanenz verschrieben hat. Aktuell gehört der Lückenschluss der A 39 neben der A 20 und der A 44 zu den am meisten bekämpften Projekten. Während zunächst mit Plattitüden agiert wurde, brachten die Gegner relativ spät den 2+1-Ausbau der B4 in die Diskussion. Da sich inzwischen eine ernstzunehmende Pro A39 Bewegung gebildet hatte, war die reine Verweigerungsstrategie nicht mehr haltbar. Da man jedoch wusste, dass die Planung der 2+1 Lösung bis zur Fertigstellung nebst Ortsumgehungen und zu erwartenden juristischen Auseinandersetzungen einen enormen zusätzlichen Zeitbedarf gegenüber dem Bau der fertig geplanten A 39 erfordern würde, schält sich heraus, dass die Anti-Autobahn-Bewegung von ihrem ursprünglichen Verhinderungsinteresse kaum abgewichen ist. Die Älteren unter uns werden sich an anfängliche Aktivitäten der Grünen erinnern. Sie plädierten für einen Spritpreis von 5 D-Mark pro Liter als er tatsächlich noch bei 1 D-Mark lag. Man behinderte damals schon massiv Autobahnprojekte mit der bekundeten Zielsetzung, durch Staus eine effektive Nutzung der Autobahnen unmöglich zu machen. Die Zielsetzung wurde zwar nicht vollkommen erreicht, aber wesentliche Engpässe durch erhebliche Verzögerungen beim Ausbau des Fernstraßennetzes sind inzwischen gegeben. In den letzten zehn Jahren hat sich die „Jahresstaustrecke“ auf fast 600 000 Kilometer annähernd verdoppelt. Die staubedingten Kosten wurden schon 2002 mit 100 Milliarden Euro veranschlagt. Die von den A-39-Bekämpfern immer wieder kritisierten Baukosten von 1,1 Milliarden Euro sind dagegen eine lächerliche Summe. Die vorgegebenen ökologischen Interessen erscheinen bei den gigantischen, staubedingten und milliardenschweren ökonomisch-ökologischen Belastungen unglaubwürdig.

Jörg Rittinghaus, Suhlendorf

Herr Delekat fordert „Weitsicht“: da auf der Deutschlandkarte der Autobahnen so ein großer „weißer Fleck“ ist, müsste dieser dringend mit einer Autobahn bebaut werden. Delekat liegt falsch. Dieser „weiße Fleck“ bedeutet Ruhe, Natur, Landwirtschaft, saubere Luft, Erholung, sanfter Tourismus, Gesundung in lärmfreier Landschaft. Das ist es, womit unser großer „weißer Fleck“ punkten kann, und nicht mit pausenlosem Lärm und Gestank von durchreisenden Lastwagen.

Jörg Grützmann, Oldenburg

Er nun wieder. Immer wieder Reese, ist alles andere als ein cooler Pro–A-39-Hit. Reese zieht sich an der angeblich von Prof. Dr. Gather getroffenen Feststellung hoch, egal, ob 14 000 oder nur noch 9 000 Lkw durch einen Ort fahren..., laut sei es trotzdem. Das stimmt. Laut und stinkend bleibt es trotzdem. Reese unterschlägt allerdings, dass das eine Prognose nicht der A-39-Gegner, sondern eine Prognose der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist, und zwar unter der Voraussetzung, dass die A 39 gebaut wird, und dass sich dann immer noch rund 80 Prozent des Verkehrs durch die an der B 4 liegenden Ortschaften wälzen. Und genau, um diesen Lkw-, Pkw- und Motorradterror an der B 4 gelegenen Ortschaften zu reduzieren, wird von den A-39-Gegnern gefordert, an Ortschaften Ortsumfahrungen zu bauen. Das wird von Reese ignoriert. Des Weiteren behauptet Reese, sehr problematisch sei ein Ausbau der B 4 (z. B. nach dem 2+1-Prinzip); der Wert der anliegenden Grundstücke würde sich dadurch reduzieren. Und was, Herr Reese, ist mit dem Wert jener Grundstücke, die im Umfeld einer neu gebauten Autobahn liegen? Natürlich gehören zu einer wirtschaftlich starken Region, zu der sich Uelzen noch weiter entwickeln muss, leistungsfähige Verkehrsanbindungen. Zum notwendigen Ausbau des Schienen- und ESK-Wasserstraßenverkehrs gehören dazu auch zu verbessernde Straßenanbindungen. Eine Verbreiterung der B 4 und der B 71 nach dem 2+1-Prinzip mit dem Bau von Ortsumfahrungen ist – gemessen an den negativen Auswirkungen einer A 39 – das kleinere Übel.

Borvin Wulf, Suderburg

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