Von wegen langweilig!

Alice Gräfin Grote aus Wrestedt schreibt zum Festkonzert-Wochenende zur Reihe „32 mal Beethoven“ (siehe Bericht auf Seite 23):

„32 x Beethoven“ war die, vielleicht am Anfang als verrückt bezeichnete, Idee, die der ursprünglich aus Stadensen stammende Pianist Hinrich Alpers dem Kulturkreis Uelzen vorstellte. Beim ersten Gedanken könnte man dieses Vorhaben eventuell als „langweilig“ bezeichnen. Kann man in Beethovens Kompositionen denn so viele Facetten finden, die einer Monotonie vorbeugen können?

Betrachtet man dessen Kompositionen jedoch näher, erscheint die Idee, „32 x Beethoven“ zu spielen, durchaus machbar und ansprechend. Der Komponist hat die klassische Periode in die Romantik geführt, und sein Kompositionsstil lässt sich in drei Schaffensphasen unterteilen, deren Merkmale sich sehr voneinander unterscheiden. Umso bemerkenswerter ist es, dass Alpers die kompletten Klaviersonaten mit Präzision sowie Passion hier in Uelzen in den vergangenen Monaten aufgeführt hat – kein leichtes Unterfangen!

Das Konzert (am vergangenen Sonntag, die Red.) war der krönende Abschluss dieser Reihe. Die St.-Marien-Kantorei Uelzen bildete den Rahmen dieses Programms. Der Chor begann das Konzert mit der langsamen „Meeresstille“, woraufhin die schnelle „Glückliche Fahrt“ folgte. Nach diesem schönen Debüt spielten Erik Schumann (Violine), Claudio Bohórquez (Violoncello) und Hinrich Alpers am Klavier das berühmte Tripelkonzert unter Begleitung des Orchesters mit viel Gefühl und Ausdruck. Umso bedauernswerter war es, dass zwischen den Sätzen geklatscht wurde, denn dies macht es selbst dem erfahrensten Musiker schwer, den Spannungsbogen des Stücks bis zum Ende halten zu können.

Nach der Pause sang die Sopranistin Sumi Kittelberger die Konzertarie „Ah! Perfido“, geschrieben für Sopran und Orchester. Diese Komposition wurde mit viel Eleganz und Überzeugung interpretiert und besonders erwähnenswert ist die schöne tiefe Nuance im Klang ihrer Stimme. Den Abschluss dieses Konzerts bildete die Phantasie für Klavier, Chor und Orchester, bei der Alpers seine Virtuosität noch ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnte unter Begleitung der St.-Marien-Kantorei und des Orchesters.

„32 x Beethoven“? – Durchaus möglich und definitiv nicht langweilig!

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