Leserbrief

Warum ist der Wolf ein Problem?

+
Es gibt viel größere Probleme auf der Welt als den Wolf, meint AZ-Leserin Christiane Schröder.

Zum Leserbrief von Ulrich Merz „Wem nützt der Wolf?“ (AZ vom 9. Mai) schreibt Christiane Schröder aus Ebstorf:

Gegenfrage: Wem nützt der Mensch? Ich bin diese Diskussion über den Wolf endgültig leid und finde es verachtenswert, dass der Mensch meint, sich über alle Lebewesen stellen zu können und entscheiden zu dürfen, wer eine Daseinsberechtigung hat und wer nicht.

Warum ist der Wolf so ein Problem in Deutschland? In anderen Ländern muss der Mensch tagtäglich mit für ihn wirklich gefährlichen Tieren umgehen, die auch sein Weidevieh, aber auch das eigene Leben bedrohen. Ist es in Deutschland deswegen so ein Problem, da wir den Umgang mit „gefährlichen“ Tieren nicht mehr gewöhnt sind?

Aber „den Nutzen“ des Wolfes in Frage zu stellen, finde ich einfach überheblich. Dann können wir anfangen zu diskutieren, was nutzt uns die Taube auf dem Dach usw. Ich kann nachvollziehen, dass der Wolf ein Problem für Weidetierhalter ist, aber der Mensch hat den Wolf in Deutschland ausgerottet und ist in seinen Lebensraum eingedrungen, und es ist sein gutes Recht, sich diesen zurückzuholen.

Nur weil wir Menschen weiter entwickelt sind, so intelligent, dass wir Waffen produzieren können, mit denen wir Tiere und schlauerweise uns gegenseitig töten können, gibt es uns nicht das Recht, einfach über Leben und Tod anderer Lebewesen zu bestimmen, was leider viel zu oft geschieht. Es gibt so viel größere Probleme auf der Welt als den Wolf, der noch keinem Menschen wirklich gefährlich geworden ist.

Wollen wir nur hoffen, dass filmische Horrorvisionen nicht Wirklichkeit werden und die Tiere irgendwann eine höhere Intelligenz als der Mensch entwickeln und sich dann fragen: „Wem nützt der Mensch?“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare