AZ-Leserbrief

„Warum nur am Wochenende?

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Kreuzung Veerßer, Lüneburger, Gudesstraße in Uelzen: „Für Erlebnisbummel und Erlebniseinkäufe bedarf es keines begleitenden symphonischen Auto- und Motorradgedröhns“, findet AZ-Leser Borvin Wulf. 

Zum Artikel „Sorge vor öden Marktstraßen“, AZ vom 13.  Juni, erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:

Eine begrüßenswerte, wenngleich in Teilbereichen allerdings nicht ganz neue Idee, dieses Mal von der UWG, sich für die Sommermonate für autofreie Tage in der Veerßer, der Lüneburger und der Gudesstraße starkzumachen. Warum, mit Verlaub, nur an Wochenenden?

Angesichts der sich dramatisch zuspitzenden Klimakrise hätte man annehmen können, dass die prinzipiellen Gegner von autofreien Marktstraßen etwas hinzugelernt haben sollten, anstatt wie schon vor Jahren, in 2010, von öden Marktstraßen zu faseln. Aber sei’s drum ...

Da die drei Marktstraßen nach Beendigung des Wochenmarktes für den 10 km/h-Auto- und Motorradverkehr und für das Parken von Nichtanliegern in diesen Straßen wieder freigegeben sind, heißt das für uns, nach 14 Uhr nur noch „nix wie weg“, raus aus der Stadt. Seit der Wochenmarkt existiert, sind meine Frau und ich – altersbedingt mit über 77 bzw. 80 Jahren beide „Oldtimer“ – wöchentlich regelmäßige Besucher des Vitalmarktes und tätigen unsere Einkäufe in nichthektischer, weitgehend autoabgasfreien und kommunikativen Atmosphäre sowohl auf dem Wochenmarkt als auch in an- und umliegenden Geschäften. Und soweit die Sonne scheint und es nicht regnet, nehmen wir an den beiden Markttagen im Außenbereich von Restaurants Mittagsmahlzeiten ein oder auch nur mal einen Kaffee, ein Alsterwasser oder ein leckeres Eis. Und das ohne Abgasqualmniederschlag auf den Eiskugeln mit Sahne.

Zugegeben: Im Gegensatz zum Beispiel zu Lüneburgs attraktiven Fußgängerstraßen im Zentrum der Stadt werden Uelzens überbreite innerstädtische Marktstraßenachsen eine harmonisch anheimelnde Fußgängerzonenatmosphäre nicht erlebbar werden lassen. Für Erlebnisbummel und Erlebniseinkäufe bedarf es allerdings keines begleitenden symphonischen Auto- und Motorradgedröhns.

Wie man, wie Margrit Nie-buhr von „Wir für Uelzen“, eine Stadt nur dann für mit Leben erfüllt und für nicht tot erklären kann, wenn auto-mobile, abgasstinkende Blechlawinen durch die Straßen rollen, drückt einen erheblichen Mangel an Denk-mal-nach und Kreativität aus, die Lebensqualität in einer Stadt wie Uelzen sowohl infrastrukturell als auch situativ begründet fantasievoll zu planen und lebendig zu gestalten.

Borvin Wulf, Suderburg

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