Warum Salzstock-Erkundungen?

Leserbrief zum AZ-Artikel „Bunte Prospekte reichen nicht“ vom 21. Oktober 2011:

Das Interview mit dem Präsidenten des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, lässt mehr Fragen offen als es beantwortet. Hier bestätigt sich meine Erfahrung, wichtiger als das Gesagte ist das, was nicht erwähnt wird. Herr König spricht weiterhin von einer Erkundung des Salzstockes, dabei wurden Hunderte von Millionen Euro bereits für den Ausbau als Endlager ausgegeben. Für eine Erkundung wären keine derartig breiten Gänge und Aushöhlungen nötig. Ob sich Wasser, Kohlenwasserstoffe, Gase oder andere Fremdsubstanzen im Salz befinden, lässt sich auch durch einfachere und billigere Bohrungen untersuchen. Dazu braucht es keine so groß dimensionierten Aushöhlungen. Zu Recht sprechen Bürgerinitiativen hier von einem Schwarzbau – aber kein Wort dazu von Herrn König. Wenn Herr König sagt, der Atommüll solle so gelagert werden, dass er für 500 Jahre bergmännisch zurückgeholt werden kann. Was er nicht sagt, ist das wie und welche Erfordernisse an die „Verpackung“ des Atommülls gestellt werden müsse: Korrosionssicherheit und mechanische Festigkeit. Salz ist in Verbindung mit Wärme (wird vom Atommüll erzeugt) und Wasser (ist als Luftfeuchtigkeit beim Einlagern nie ganz vermeidbar) chemisch sehr aggressiv und Salzstöcke haben die Eigenschaft, Hohlräume zu schließen und damit erheblichen Druck auf eingelagerte Körper zu erzeugen. Herr König müsste daher jeden Salzstock als ungeeignet definieren. Es stellt sich die Frage, warum der Interviewer hier nicht nachgehakt hat: Kannte er die Sachverhalte nicht, wollte er nicht entsprechend fragen oder durfte er vielleicht nicht?

Alfred Fahldieck,

Uelzen

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