AZ-Leserbrief

Warum nicht am Kreishaus?

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Verweilen am Herzogenplatz? Zurzeit existiert eine Wiesenfläche, auf der sich ein Sitzkreis mit Glemme-Steinen befindet.

Ein See könnte am Herzogenplatz entstehen. Die Gutachten liegen vor, auch eine erste Kostenermittlung. Die AZ-Leser beschäftigt das Vorhaben.

In dieser Form wäre ein Ilmenausee realisierbar: Er würde eine Wasserfläche von 2600 Quadratmeter umfassen. Die Bulleninsel als auch der Stadtgraben blieben unberührt.

Jan Koennig aus Uelzen schreibt:
In den 1990er Jahren wurde die Uelzener Innenstadt teilweise umgebaut und zu dem gemacht, was sie heute ist. Viele Gegner gab es; die weitere Umgestaltung und der Bau des Ilmenausees kann als Fortsetzung angesehen werden. Es ist eine Chance, die Uelzener Zukunft positiv zu gestalten. Diese Chance, einmalig in ihrer Art, sollte unbedingt genutzt werden. Wir haben es in der Hand. Jetzt!

Gabri Machini-Warnecke aus Uelzen meint:
Ein See in der Stadt? Eine gute Idee. Der in der AZ vorgestellte Plan zeigt allerdings viel Zement und wenig Natur. Ich finde, dass neben den Zielen, durch den „Ilmenausee“ eine Aufwertung innerstädtischer Räume und eine Erhöhung der Lebensqualität in der Stadt, vor allem auch der wichtige Aspekt der Ökologie eine herausgehobene Rolle spielen sollte.

Das könnte durch eine Alternative zu den derzeitigen Plänen verwirklicht werden – und zwar auf dem Areal des Kreishauses: Mit dem Neubau und Umzug der Landkreisverwaltung wird in absehbarer Zeit ein Grundstück in unmittelbarer Nähe der Ilmenau frei. Das anscheinend marode Gebäude an der Veerßer Straße 53 wird wohl abgerissen werden. An seinem Platz könnte, nur wenige Meter vom aktuell geplanten „Ilmenausee“ entfernt, ein See entstehen.

Die Vorteile dieses Standorts: Keine Änderung des Straßenverlaufs notwendig, die Entstehung eines Naturraums, der nicht nur Menschen zum Verweilen einlädt, sondern auch für die Umwelt sinnvoll wäre.

Und auch Matthias Pelzer aus Uelzen hat eine Meinung zu dem Vorhaben:
Ein Ilmenausee für 4,9 Mio. Euro – einige Bewohner sagen tolle Idee, doch viele Stimmen sind kritisch und hinterfragen das Bauvorhaben, welches durch die Stadt Uelzen nun eventuell umgesetzt werden soll.

Erst wurde die freiwillige Feuerwehr Uelzen in den 1990er-Jahren aus der Innenstadt verlegt, damit die Fritz-Röver-Straße gebaut werden konnte. Damals hieß es, dass die Innenstadt entlastet werden muss. Nun soll sie nach gerade einmal 25 Jahren wieder zurückverlegt werden und dieses nur, damit ein See mitten in der Innenstadt entstehen kann. Ist das wirklich sinnvoll und wirtschaftlich?

Doch einen Moment – wir haben doch schon einen See, den Ratsteich; dieser ist auch nicht gerade ein Publikumsmagnet. (...)

Die prognostizierten Kosten sind eine erste Kalkulation! Wie wir in der Vergangenheit gesehen haben, hat die Stadt Uelzen meist mit unvorhersehbaren Mehrkosten zu rechnen. Als Beispiel hierfür wäre der Umbau des Alten Rathauses zu nennen oder die nicht einmal 30 Jahre alte Parkpalette am Bahnhof, welche nun bereits abrissreif ist und ersetzt werden muss. Kurz gesagt, es ist nicht abzusehen, welche Kosten wirklich auf die Stadt Uelzen und auf den einzelnen Bürger zukommen.

Diverse Objekte müssen im Kern überarbeitet werden, Theater, Schützenhaus usw. – warum wird hier nicht mal ein ganzheitliches Konzept entwickelt und nachhaltig abgearbeitet? Erst muss doch mal das Vorhandene den aktuellen Anforderungen entsprechen, dann kann man über neue Projekte und deren finanzielle Machbarkeit nachdenken! Es hat immer mehr den Anschein, dass einzelne Personen sich hier in der Stadt verewigen wollen, doch hier wird leider nicht weit genug gedacht! (...)

Friederike von Bismarck aus Uelzen antwortet auf eine Leserzuschrift von Silvia Hansen:
Sie haben recht, wenn Sie fragen, wo bleibt der gesunde Menschenverstand? – allerdings mit einer nicht unerheblichen Einschränkung. Bevor man sich mit solcherlei Dingen beschäftigt und öffentlich auseinandersetzt, wäre es erstrebenswert, wenn man sich der Gesamtproblematik annimmt und das große Ganze dahinter betrachtet. Fakt ist, dass Uelzen mehr verdient als ein „weiter so“.

Wir kennen Uelzen als eigentlich hübsches kleines Städtchen – aber auch hier nagt der Zahn der Zeit und ein „weiter so“, wie es offenbar von ihnen angestrebt wird, wird uns weder neue Mitbewohner bringen noch dazu führen, dass mehr Touristen hier Halt machen.

Wir müssen etwas verändern, wenn wir nicht mehr Leerstände wollen und noch weniger Einwohner. (...) Diese erste Anregung gegen das „weiter so“ wäre zum Beispiel der Ilmenausee. (...)

Schade für diese Stadt, dass diejenigen, die – häufig ohne Kenntnis und Grund gegen alles sind – offenbar den Ton angeben! Schade, dass ich all die Gegensprecher gegen den See auf keiner der Veranstaltungen gesehen habe. Schade, dass man sich nicht die Mühe macht, den Sinn zu erkennen. Und schade auch, dass bis heute offenbar keiner verstanden hat/oder will, dass niemandem etwas weggenommen wird, da Geld der öffentlichen Hand zweckgebunden innerhalb der Ressorts vergeben wird – also keine Schule und kein Kindergarten deswegen weniger Geld haben wird. Schade um diese eigentlich hübsche Stadt…

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