AZ-Leserbriefe

„Das waren mal lebende Wesen“

Fleisch darf ruhig teurer werden, meint AZ-Leserin Julia Glanz. Nur sollten die zusätzlichen Einnahmen dann in strengere Tierwohlstandards und schärfere Kontrollen fließen.
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Fleisch darf ruhig teurer werden, meint AZ-Leserin Julia Glanz. Nur sollten die zusätzlichen Einnahmen dann in strengere Tierwohlstandards und schärfere Kontrollen fließen.

Zum AZ-Artikel „Fleisch soll teurer werden“ vom 27. Juni erreichten folgende Leserbriefe die Redaktion:.

Eine kleine Anmerkung zum Artikel „Fleisch soll teurer werden“. Teurer ist die Steigerung von „teuer“ und impliziert, dass Fleisch jetzt schon teuer ist. Dem ist natürlich nicht so, im Gegenteil. So billig wie bei uns ist es in anderen europäischen Ländern nicht. Fleisch, das waren übrigens mal lebende, fühlende Wesen und keine Dinge. Jeder Mensch, der Fleisch in diesem Bewusstsein kauft, wird sich wohl kaum über 40 Cent mehr pro Kilo beschweren.

Petra Fischer, Soltendieck

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Es wurden höhere Fleischpreise beschlossen. Wenn diese zusätzlichen Einnahmen für strengere Tierwohlstandards und schärfere Kontrollen ausgegeben würden, kämen sie tatsächlich Mensch und Tier in der Fleischproduktion zugute und wären eine längst überfällige Investition. Nun aber sollen die Mehreinnahmen gerade denen in die Hand gegeben werden, die sich am vehementesten gegen jede noch so kleine Verbesserung der Lebensbedingungen für Nutztiere sperren...

Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass auf manchen Fleischpackungen im Discounter, auf denen eine Extraabgabe erhoben wird, auf dem Haltungslabel steht: „Stallhaltung“ – also Massentierhaltung. Wofür gibt der Erzeuger das zusätzliche Geld dann aus? Jedenfalls nicht fürs Tierwohl... Tatsächlich tierfreundlich erzeugtes Fleisch darf ruhig teurer sein, dafür haben die meisten Verbraucher Verständnis, aber nicht ohne Nachweis für den Verbleib des Preisaufschlages!

Julia Glanz, Himbergen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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