AZ-Leserbrief

„Das wäre zumindest ein Lösungsvorschlag“

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Die „Gruppe beherzt“ (Foto) macht darauf aufmerksam, dass rechte Ideologien nicht nur in Hamburg, Berlin, Köln oder München zu finden sind, sondern auch ein paar Meter entfernt von einem selbst.

Zur Wochenkolumne „Gesellschaftlicher Klimawandel“, AZ vom 31. August, erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

... Der Kommentar beginnt mit der Erkenntnis, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet, wir in Zeiten leben, in denen Anfeindungen an der Tagesordnung sind – ob im realen oder virtuellen Leben, und dass es zu einer Verrohung der Sprache kommt. Es ist nicht gewagt zu behaupten, dass diese Einschätzung breite Zustimmung von rechten bis zu linken Demokraten findet. Man könnte nun also Anhänger sämtlicher politischer Strömungen zum Meinungsaustausch auffordern. Das wäre zumindest schon mal ein Lösungsvorschlag.

... Kürzlich sprach ich mit einem befreundeten Pärchen, dass sich politisch eher im rot-grünen Spektrum befindet, über die Positionen der AfD. Es lehnt diese weiterhin ab, toleriert aber die Inhalte. So sorgt man für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und nicht, indem man versucht, bestimmte Meinungen außerhalb des Diskurses zu stellen. Ähnlich verhält es sich mit den Lebensstilen einiger Familien in unserem Landkreis. Man muss diese nicht gut finden, jedoch hat man die Art, wie andere Menschen leben in einer freiheitlichen Gesellschaft, zu tolerieren. Die Gruppe „Beherzt“ tut dies nicht und hat demnach wohl auch kein Interesse an einer solchen Gesellschaft ... Es ist nachvollziehbar, dass man lieber Nachbarn hat, die die eigene Weltanschauung teilen. Jedoch gibt es kein Recht darauf ...

Weiterhin wird im Kommentar beklagt, dass zum Lebensstil der erwähnten Familien eine Gemeinschaft dazugehöre, in der gewisse Menschen wie unter anderem Homosexuelle „nichts verloren“ hätten. Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass das Wort „Gemeinschaft“ dem Leser vorgaukeln soll, dass es gleichbedeutend mit dem Wort „Gesellschaft“ ist ... Eine Gemeinschaft setzt ein persönliches Verhältnis voraus. Eine Abgrenzung gegenüber gewissen Leuten ist daher ein wichtiges Merkmal, um überhaupt diese Bezeichnung verwenden zu können. Und wie sich Gemeinschaften zusammensetzen, hat lediglich diese selbst zu entscheiden ...

Lucas Ende, Hankensbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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