Leserbrief

„Das wäre katastrophal“

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Vor allem die Zahl der lauten Güterzüge, die durch Bad Bevensen fahren, würde mit dem Bau eines dritten Gleises erhöht – dagegen wehren sich Bürger.

Zur Kolumne „Zwischen Abwarten und Unglaube“ von AZ-Redakteurin Ines Bräutigam (AZ v. 1. Oktober) schreibt Paul Dirk Quambusch aus Bad Bevensen:

Es ist ein Irrtum, wenn Frau Bräutigam denkt, dass der Protest gegen den Bau des dritten und vierten Gleises still ruht. Es gibt den Protest weiter, er wird nicht nachlassen und er wird sich immer wieder zu Wort melden.

Es ist ebenfalls ein Irrtum, dass der Bau des dritten Gleises beschlossen und Fakt ist. Es gibt dazu eine Empfehlung des sogenannte Dialogforums Schiene Nord, das keine demokratische Legitimation hat und nichts beschließen, sondern nur empfehlen konnte.

Vor einem Bau des dritten (und vierten) Gleises sind in unserer demokratischen Gesellschaft gesetzliche Verfahren durchzuführen, nämlich ein Raumordnungsverfahren oder ein Planfeststellungsverfahren. In diesen Verfahren – auch wenn es nur ein Planfeststellungsverfahren wird – kann jeder Bürger, auch die Gegner des Ausbaus, Bedenken und Anregungen vorbringen. Diese Bedenken müssen bedacht und überprüft werden. Sie können natürlich auch verworfen werden.

Gegen die Ablehnung der Bedenken und gegen einen trotzdem gefassten Planfeststellungsbeschluss können und werden gegebenenfalls die Gegner des Gleisbaus Klage erheben. Das ist bereits bedacht und geplant. Der Ausgang des Klageverfahrens ist offen. Es ist also keineswegs sicher, dass ein drittes Gleis gebaut wird. Dieser Zug ist noch lange nicht abgefahren.

Der Bau des dritten (und vierten) Gleises durch Bad Bevensen wäre katastrophal für unseren Kurort und könnte unserem Städtchen die Lebensgrundlage durch Erholung und Tourismus entziehen. Er könnte Bad Bevensen unlebenswert machen. Das haben viele Bürger unserer Stadt erkannt. Sie haben Plakate gegen den Bau vor ihren Häusern aufgestellt (übrigens größer als Din-A4).

Es ist völlig unangemessen, dass Frau Bräutigam das als „putzig“ bezeichnet. Diese Bürger haben Angst um ihren Lebensraum und um ihr Wohnumfeld. Vor mir liegt ein Prospekt der Bevenser SPD für die letzte Kommunalwahl. Dort lese ich ganz genau „Nein zum dritten Gleis durch Bad Bevensen“! Nach der Wahl und nach einem Gespräch mit dem zuständigen SPD-Minister in Hannover setzt sich die Bevenser SPD nun vehement für den Bau des dritten Gleises ein.

Wo bleibt da die Sorge um die Belange der Bevenser Bürger? Wo bleibt da eine verlässliche Kommunalpolitik, die sich um unsere Stadt sorgt statt Vorgaben der Landes- und Bundespolitik nachzubeten? Ich bin tief enttäuscht.

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