AZ-Leserbrief zum Beitrag „Ein zweiter Blitzeranhänger“ (AZ vom 5. Januar)

Vorgegaukelte Sicherheit

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Kreisweit im Einsatz: Ein mobiler Blitzer, der in beide Richtungen auslöst und als Anhänger zu verschiedenen Standorten bewegt werden kann.

Uelzen. Zum Beitrag „Ein zweiter Blitzeranhänger“ (AZ v. 5. Januar) über die Anschaffung eines weiteren mobilen Tempo-Messgerätes erreichte uns folgendes Schreiben:

Mit wohlwollenden Worten berichtet die AZ in den vergangenen Wochen über die Notwendigkeit der Verkehrsüberwachung im Sinne der Ordnungsbehörden. (...) Hierbei versucht man sich geschickter Formulierungen und Rhetorik sowie der Angst zu bedienen. Angst vor dem bösen Verkehrssünder, dem Raser, der kleine, spielende Kinder totfährt und selbst integrationswillige Islamisten in ihrer Gefährlichkeit noch in den Schatten stellt.

Doch ab wann ist man ein solcher durch reißerische journalistische Ausführung betitelter Raser? Ich wage zu behaupten, das ist jemand der vor allem beharrlich, deutlich und rücksichtslos alle Regeln missachtet.

Wen erwischen die Messanlagen des Landkreises? Nun, sie erwischen die, die sich nicht über die aktuellen Standorte informieren oder aus Versäumnis- oder Verleitungsgründen an bestimmten lukrativen Stellen (Keine Unfallschwerpunkte) kurz zu schnell sind.

Die Herren Dobslaw und Schild versuchen ihren wahren Beweggrund durch den vorgegaukelten Zweck der Verkehrssicherheit zu begründen. (...) Schauen wir mal, an was die Verkehrsüberwachung hinten rauswirft: Geld, viel Geld für die Kreiskasse. Der Sicherheitsgewinn ist dabei zu vernachlässigen. Das liegt daran, das die wirklich gefährlichen und ungeeigneten Fahrer wissen, wo ihnen Gefahr droht oder über technische Erkennungsmöglichkeiten verfügen.

Die Herren Dobslaw und Schild berichten dann von ihren Erfolgen – wohlwissend, dass die eigentlichen Verkehrsgefährder nur „unsichtbar“, aber vorhanden sind. Verkehrssicherheit erreicht man durch Selbsterkenntnis des Fahrers oder Fehleranalyse. Hier jedoch ist die Entwicklungsstufe der Behörden noch nicht ausreichend. Wenn sich jeder Fahrer bei einem unbeabsichtigten Verstoß straffrei selbst anzeigen könnte, so könnte hier kooperativ die Ursache festgestellt und Abhilfe geschaffen werden. Aber nein, das Bußgeld ist ja einfach zu verlockend für die beiden Herren… Also, Augen auf und nicht alles glauben, was einem die Obrigkeit erzählt, sondern darauf achten, was sie tut, bewirkt bzw. hinten rauskommt.

Marcus Runge, Uelzen

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