AZ-Leserbrief

„Vom hohen Ross absteigen“

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Die Ilmenauhalle in Bienenbüttel.

AZ-Leser Patrick Fabianke äußert sich zur Politik in Bienenbüttel:

... Immer wieder die Genehmigungen. Aber wie hat es schon der Fraktionsvorsitzende der CDU in Bienenbüttel gesagt: „Schwarzbau ist nicht illegal ... wenn er später genehmigt wird.“ Diese Aussage ist scheinbar fest verankert beim Handeln der CDU Bienenbüttel. Eine abgeholzte Grünfläche mit altem Baumbestand, das Lagern von Erdaushub eines geplanten Baugebiets, falsche Angaben zum Klärwerk und die längst fällige Sanierung der Ilmenauhalle.

Schon 2009 wurde empfohlen, die Deckenkonstruktion zu erneuern. Die Mehrzweckhalle wird dem Verfall überlassen, da ja eh schon eine neue Halle in Planung ist. Könnte das vielleicht einfach nur die Ignoranz einzelner Bürgervertreter sein? Es wird von Gemeindearbeitern am Bahnhof eine Grünfläche mit schönem alten Baumbestand gerodet, aber plötzlich soll es die Bahn gewesen sein. Nur zur Baugrunduntersuchung. So ein Quatsch. Es ist bekannt, wie groß die Fläche und wie der Boden beschaffen ist. Es wird einfach mal angefangen, das Baugebiet zu erschließen, und der Aushub wird illegal gelagert. Wie schon berichtet, hat die Gemeinde ein knappes Zeitfenster bekommen, um den Aushub zu entfernen, oder es droht eine hohe Geldstrafe. Hätte alles nicht sein müssen. Ein Klärwerk mit 6.500 EGW wird viel größer geredet als es ist, nur um so ein Baugebiet voranzutreiben, dessen Anschluss das Klärwerk nicht mehr verkraften könnte.

Was gibt es noch für Fehltritte, falsche Entscheidungen und Handlungen ohne Genehmigung? All das sollte mal geprüft werden. Wer öffentlich Aussagen macht, sollte auch dahinter stehen und wissen, dass es viele erreicht. In der heutigen Zeit kann man dank Internet alles in Erfahrung bringen. Und nun kommt das Nächste noch dazu. Eine Videoüberwachung für Bienenbüttel. Die große Panikmache der CDU wegen ein paar Schmierereien. Oder was soll dort überwacht werden? Bedarf es wirklich dieser Maßnahme? Oder gibt es diese vielleicht schon und man versucht, dieses Material nun nutzbar zu machen? Sollten darüber vielleicht eher die Bürger entscheiden? In der großen Politik tritt man in solchen Fällen zurück. Aber uns würde es wohl schon reichen, wenn man vom hohen Ross absteigt und zu seinen Fehlern steht.

Patrick Fabianke, Bienenbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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