Völlig anders gehört

Zur Kritik von Barbara Kaiser zum zweiten St.-Marien-Sommerkonzert mit Orgel und Klarinette (AZ v. 12. Juli)

Offenbar war ich in einem anderen Konzert als Sie, liebe Frau Kaiser. Häufig fühle ich sonst meine Empfindungen in Ihren Rezensionen bestätigt. Ich lese sie gerne.

Diesmal habe ich völlig anders gehört. Schon bei den ersten Tönen stockte mir der Atem: Waren das Klarinettentöne, so überirdisch schön? Diese berührten mich zutiefst das ganze Konzert hindurch – Kay Ohara erlebte ich als einfühlsame Begleiterin.

Es war für mich mal ein Konzert, in dem sich die Künstler der Musik unterordneten. Ihre technische Brillanz stellten sie nicht in den Vordergrund, sondern dienten der Musik, ganz nach dem Vorbild der anonymen Komponisten. Ein durch und durch geistliches Konzert, dem Raum angemessen.

Auch die Interpretation der Klezmer-Musik, mit der sich Christian Wolf offenbar intensiv beschäftigt, hat mich tief bewegt.

Ich hatte durchaus den Eindruck, dass auch die anderen Zuhörer von der Musik in Bann geschlagen waren und mit großer Spannung mitgingen, und ich war sehr dankbar, dass diese Atmosphäre nicht durch Zwischenapplaus gestört wurde.

Das ganze Konzert hat noch viele Tage in mir nachgeklungen. Was kann es mehr bewirken?

Gisela Friedrich,

Uelzen

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