Viel Aufmerksamkeit für Pornogucker

Leserbrief zum Artikel „Uelzener gehen in Offensive“ über rechtliche Schritte gegen Redtube-Abmahnwelle, AZ vom 29. Dezember:.

Uelzener gehen endlich in die Offensive, so etwas hört man selten aus dieser ruhigen, beinahe müden Stadt. Das ist natürlich eine Schlagzeile wert. Aber schon der zweite Blick zeigt: Es geht nicht um Bürger, die sich für ein Projekt einsetzen, sondern um diejenigen, die durch ein Pornoportal abgezockt werden sollen.

Ist ja schön und gut, aber was sollen die Verallgemeinerungen: Uelzener nutzen also Pornoportale und fühlen sich, wenn sie dafür bezahlen sollen über den Tisch gezogen. Schon vergessen: Pornografie ist ein Geschäft. Wie überall im Geschäftsleben gibt es hier schwarze Schafe und es ist richtig, da genauer hinzuschauen und nicht jeden Mahnbescheid zu bezahlen. Diese Berichterstattung suggeriert allerdings, dass erstens die Nutzung von Pornoportalen eine ganz normale Sache ist, und zweitens eine große Gruppe von Menschen das Portal nutzt und drittens: Es geht hier um einen Kampf um Gerechtigkeit, der die Allgemeinheit derartig interessiert, dass das eine Titelgeschichte wert ist. Ich möchte allen drei Punkten widersprechen: Die Nutzung von Pornoportalen ist nicht allgemein verbreitet. Ich glaube auch nicht, dass besonders die Uelzener mehrheitlich Nutzer sind, jedenfalls nicht mehr als anderswo, und einen Kampf um Gerechtigkeit daraus zu stilisieren, erscheint mir ebenfalls recht fragwürdig zu sein, denn da gibt es andere Themen.

Marita Kopplin,

Himbergen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare