Versorgung Uelzens aus der Luft?

Leserbrief zum Artikel „Land erarbeitet Pläne zu B-4-Ausbau“, AZ vom 8. Juni:.

Die Meldung zur laufenden ministeriellen Planung des Ausbaus der B 4 (mit alternierenden 2+1-Spuren und Ortsumgehungen als mögliche Alternative zur A 39) hat die abermals wiederbelebte und sogenannte „Bürgerinitiative Pro A 39“ in Schrecken versetzt. In einer Pressemitteilung vom 7. Juni warnt ihr Sprecher Dr. Jochen Springer vor einem „jahrelangen Verkehrschaos“ sowie „massiven Logistikproblemen“ und fragt warnend: „Soll eine Stadt wie Uelzen mit 35 000 Einwohnern etwa jahrelang aus der Luft versorgt werden?“ Das Zitat stimmt tatsächlich und ist wirklich nicht ausgedacht.

Wer jetzt auf die Leichtigkeit des Ausbaus der B 4 bei Nutzung der beiderseitig ungenutzten „Fahr“-Streifen hinweist, der macht es sich vermutlich zu leicht: Die Stadt Uelzen beziehungsweise der Kreis sollten vielmehr rasch Kontakt zur Bundeswehr und gegebenenfalls auch den alliierten Streitkäften aufnehmen, um die Versorgung der demnächst von der Außenwelt abgeschnittenen Uelzener aus der Luft vorbereiten. Zu klären wäre, ob der Flugplatz Barnsen ausgebaut werden muss, damit dort Lkw ihre Fracht an Lebensmitteln oder Heizmaterial auf bereitstehende Flugzeugflotten umladen könnten. Innerhalb der isolierten Stadt wären Plätze für den Abwurf der Güter – etwa die Bauruine Katasteramt.

Durch die modernen Kommunikationsmittel scheint allerdings sichergestellt, dass trotz des B-4-Aubaus weiterhin Informationen in die Stadt und vor allem aus der Stadt fließen könnten – zum Beispiel weitere wertvolle Pressemitteilungen der PRO-A39-Initiative. Vielleicht sollte man aber Sorge tragen, dass Mitteilungen über die auf Bundesebene beschlossene Nichtfinanzierung der A 39 nicht an die Initiative weitergeleitet werden – damit den ohnehin durch die jahrelange Isolation geplagten Autobahnfreunden der Durchhaltewillen nicht ausgeht und kein Isolationskoller entsteht.

Eckehard Niemann,

Varendorf

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