Wir vermissen Lob als Doping

Immer mehr Arbeitnehmer greifen zu Medikamenten, um leistungsfähig zu bleiben. Würden sie am Arbeitsplatz jedoch mehr Lob und Wertschätzung erfahren, wäre dies oft „Doping“ genug, meint AZ-Leser „Tomas“, der Sprecher einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Burnout, Depressionen und Versagensängsten in Uelzen ist.
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Immer mehr Arbeitnehmer greifen zu Medikamenten, um leistungsfähig zu bleiben. Würden sie am Arbeitsplatz jedoch mehr Lob und Wertschätzung erfahren, wäre dies oft „Doping“ genug, meint AZ-Leser „Tomas“, der Sprecher einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit Burnout, Depressionen und Versagensängsten in Uelzen ist.

Tomas (vollständiger Name der Redaktion bekannt) aus Uelzen schreibt zum Bericht „Mehr als nur ‘Hirndoping’“ (AZ vom 23. März 2015) über leistungssteigernde Medikamente am Arbeitsplatz:.

Wir sind „Rainbow“, eine Selbsthilfegruppe für Frauen und Männer unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen, die sich regelmäßig treffen, um ihre Erlebnisse mit Burnout, Depressionen und anderen Versagungsängsten respektvoll auszutauschen. Ich, Tomas, als Gruppensprecher, wehre mich dagegen, unsere medizinisch notwendige Tagesdosis Antidepressiva im Zusammenhang mit Hirndoping im Bericht der AZ vom 23. März als Begründung einer Statistik lesen zu müssen.

Ich musste mich notgedrungen davon überzeugen, dem täglichen Alltags- insbesondere Arbeitsleben, Tribut zollen zu müssen, um damit Antriebs- und Regenerationsschwächen aufzufangen (anstatt mich lieber aufzuhängen).

Unsere Einnahmen an Antidepressiva sind vom Arzt verschrieben und werden auch von der PK Uelzen überwacht. Wir sind weder Kinder, die Ritalin gegen ADS nehmen, noch hat uns der Stress blöde (schwach) gemacht, sondern wir vermissen nur Ausdruck von Lob und Wertschätzung im privaten wie beruflichen Anforderungsprofil, hochdosiert gerne, als Doping für Geist und Körper. „Mani wastete yo“ sagen die Indianer und wünschen „Glück auf Deinem Weg“.

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