Verlogene Wulff-Debatte

Joachim-Bernhard Meyer findet die Wulff-Debatte verlogen:

Die Debatte um Herrn Wulff ist verlogen und lächerlich. Die Medien, die ihn kürzlich noch als "netten Mann aus Hannover",als "lieben Schwiegersohn" etc. bezeichneten,geben ihn nun zum Abschuss frei. Hosianna und kreuziget ihn und "Panem et circensis" für´s Volk. Dabei wird geflissentlich verschwiegen das unser gesellschftliches/politisches System geradezu zu solchen Machenschaften einlädt. Jeder, der sich ohne ideologische Scheuklappen und ohne die "Zeitung mit den großen Schlagzeilen" und ähnl. Erzeugnisse, informiert kann das wissen. "Geld regiert die Welt" und "hast´e was, bist´e was" das sind die gängigen Parolen. Eine gewisse Politikerkaste hat das längst erkannt und handelt entsprechend. Herr Wulff ist da vermutlich nur die Spitze vom Eisberg. Nein, diese Debatte ist heuchlerisch. Wenn die Medien mit gleicher Intensität und gleichem Engagement die wirklichen Probleme dieser Republik diskutieren würden, dann,aber nur dann, wäre es etwas anderes. Jeder kennt diese Probleme. Zunehmende Armut weiter Bevölkerungskreise, Altersarmut,sichtbare Armut von Kindern, Menschen die nicht vom Lohn ihrer Arbeit leben können, Jugendliche die keine Beschäftigung/Perspektiven haben, Naziterror, Minijobs, eine weit klaffende Schere zwischen Arm und Reich,Abbau des Sozialsystemes,Finanzkrise in der die Verursacher geschont werden und vieles, vieles mehr. Das wird allerdings nicht thematisiert. Denn wenn man es ebenso umfassend und rücksichtslos debattieren würde, vielleicht würde die lethargische Bevölkerung dann endlich aufmerken und feststellen das es mit der Gerechtigkeit und der Solidarität zunehmend schlechter bestellt ist. Vielleicht würde die Bevölkerung dann sogar die nötigen Konsequenzen ziehen. Aber das kann doch wohl niemand wollen, oder ?!

Joachim-Bernhard Meyer, Uelzen

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