AZ-Leserbrief

Die Verkehrswende ignoriert

Zum Beitrag „Optimismus in Sachen A 39“ (AZ v. 16. Juli) schreibt Christian-Walter Klie aus Bad Bevensen:

Minister wie Bernd Althusmann haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Es dürfte auch ihm nicht verborgen geblieben sein, dass große Teile der Bevölkerung von einer neuen Autobahn nichts halten, sie gar nicht gebraucht wird. Dennoch beharren viele Politiker auf dieser Autobahn. Die sich abzeichnende Verkehrswende wird bei vielen Politikern nicht zur Kenntnis genommen. Sie beharren auf hergebrachten Lösungsmustern für Verkehrsprobleme.

Verkehrswende bedeutet:

  • die Logistikunternehmen im Hamburger Hafen verlagern den Containertransport auf die Bahn
  • der Individualverkehr mit Pkw nimmt ab 2030 deutlich ab
  • die verstärkte Nutzung des Autonomen Fahrens führt zu einer Kapazitätsausweitung der bestehenden Straßen
  • junge Menschen sehen ein eigenes Auto nicht zwingend als erstrebenswert an
  • Ride Sharing, also die gemeinsame Nutzung eines Fahrzeugs auf gemeinsamen Strecken, wird sich in den kommenden Jahren ausweiten.

Insbesondere scheint auch die Kreispolitik, allen voran Landrat Heiko Blume, nicht die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Statt auf eine Anbindung des HVV zu setzen, befürwortet der Landkreis Uelzen weiterhin eine Autobahn, so als würde die Verkehrspolitik weitergehen können wie bisher.

Die Staus auf Autobahnen und Bundesstraßen nehmen im erheblichen Maße zu. Offensichtlich will man diesen Schwierigkeiten nur durch Neubau weiterer Straßen begegnen. Wie lange noch?

Politiker zeigen sich gegenüber den anstehenden Problemen als handlungsunfähig. Es scheint so, als wollten uns Politiker weiß machen, sie hätten die größte Weisheit, sie wissen einfach besser, was für die Menschen gut ist.

Doch wenn die Menschen informiert sind, wenn sie aufgeklärt sind, erkennen sie sehr wohl, was eine Perspektive hat und was den Menschen hilft.

So müssen Gerichte entscheiden.

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