Variante mit Tücken

Margit Wulf aus Suderburg nimmt Stellung zum Bericht „Erstmals Zahlen zur Breimeier-Variante“ (AZ vom 21. März 2015):.

Genau wie an den Finanz- und Warenterminbörsen, wo Zahlen nicht alles sind, sind auch bei dem ehemaligen Bahningenieur Dr. Rudolf Breimeier in seiner mehrseitigen Expertise (s)einer Alternative zur Y-Trasse Zahlen nicht alles. Breimeier spricht von Hochleistungsmagistralen für den Schienengüterverkehr. Vom Hafen Hamburg aus will er die Trasse westlich von Hamburg-Harburg erstmal gen Süden Richtung Lüneburg führen. Was er verschweigt, ist, dass dadurch eines der wichtigen Naherholungsgebiete in Hamburgs Süden, die „Harburger Berge“, noch mehr zerschnitten oder untertunnelt werden müssten.

Des Weiteren beinhaltet der Breimeierplan, die in den Nordseehäfen sowie in Hamburg angelandeten Container bezüglich ihrer Endbestimmung nicht dort zu sortieren, sondern sie unsortiert auf Güterzüge zu verladen, um sie bis Wittenberge zu transportieren. Erst in Wittenberge soll, laut Breimeier, die Weiter- und Endbestimmungssortierung erfolgen. Das würde bedeuten, dass sämtliche Container, die Bremerhaven, Bremen, Hamburg oder deren Umland als Endbestimmung zum Ziel haben, von Wittenberge wieder rücktransportiert werden müssten, eine abenteuerliche Idee unter Kosten- und Zeitgesichtspunkten, von der Geräuschbelastung der an der Trasse lebenden Menschen gar nicht zu reden.

Weiterhin würde die Breimeiertrasse zur Folge haben, dass bei einem zweigleisigen Ausbau der bislang eingleisigen Strecke zwischen Lüneburg und Dannenberg viele der heute schrankenlosen Schienenübergänge beseitigt und durch nur noch sehr wenige beschrankte Bahnübergänge ersetzt würden. Das hätte kilometerlange Umwege sowohl für Feuerwehren, Kranken- und Polizeiwagen, als auch für den landwirtschaftlichen Verkehr zur Folge.

Last but not least beinhaltet der Breimeiertrassenplan, in Höhe von Dömitz die (neu zu bauende) ein- oder zweigleisige Trasse über eine (ebenfalls neu zu bauende) Brücke über die Elbe und durch die Elbtalauen bis Wittenberge zu führen. Dieses 49,1 km lange Gebiet gehört zu den wichtigsten europäischen Rastplätzen für Kraniche, Wildgänse, Wildenten und zum Teil auch Störche. Diese Gegebenheiten nicht mitberücksichtigt zu haben, verschafft der Breimeier-trasse ein negatives Alleinstellungsmerkmal.

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