Untersuchung nicht bekannt?

Reaktion zum jüngsten Leser brief von Jörg Rittingaus, AZ vom 2. März:.

In seinem Leserbrief über die gemeinsame Erklärung von CDU und FDP zur A 39 fordert Jörg Rittinghaus mehr Beachtung von Sachargumenten. Sucht man nun nach derartigen Argumenten, stößt man auf die Verkehrsuntersuchung Nord-Ost (VUNO). Sie wurde seinerzeit unter Helmut Kohl von Verkehrsminister Wissmann in Auftrag geben. Ihr Ziel war es, die beste Lösung für die dringend notwendige Entwicklung der vernachlässigten Verkehrsinfrastruktur im ehemaligen „Zonengrenzgebiet“ zu finden. Diese Untersuchung wurde fortgeschrieben, ist also nicht überholt. Die Ergebnisse sind im Internet nachzulesen.

Für die A39 kommt diese Untersuchung zu keinem guten Ergebnis. In keinem einzigen der vielen untersuchten Unterpunkte kommt die A 39 auf einen 1. Platz! Insgesamt liegen am Ende zwei Lösungsvorschläge ohne die A 39 deutlich vor dem Konzept mit der A 39. Hauptaussage der Untersuchung ist, dass die Strukturprobleme dieses Raumes am besten mit einem Konzept gelöst werden, dass alle Mittel- und Oberzentren dieser Region einbezieht. Das teurere Konzept mit der A39 hat positive Auswirkungen dagegen nur auf einen eher schmalen Bereich entlang der Autobahn. Angesichts dieser Ergebnisse hatten sich denn auch die vier betroffenen Bundesländer (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg) ursprünglich auf ein Konzept ohne die A 39 geeinigt, diese Entscheidung unter Gerhard Schröder aber wieder geändert aufgrund von ablehnenden Stellungnahmen von IHK Lüneburg-Wolfsburg, VW und der Stadt Hamburg.

Beobachtet man die Diskussion dieses Themas in der AZ, so fragt man sich, warum die Ergebnisse der VUNO sowohl in der Kommentierung als auch bei den Autobahnbefürwortern wie Claus-Dieter Reese, Jörg Hillmer oder Leserbriefautor Jörg Rittinghaus so gar keine Rolle spielen. Kann es vielleicht sein, dass Hillmer, Reese und der AZ-Chefredakteur die VUNO überhaupt nicht gelesen geschweige denn sich intensiv damit auseinander gesetzt haben?

Was ist zu tun, damit unsere Region endlich eine zukunftsweisende Infrastruktur bekommt? Die neue Landesregierung sollte möglichst umgehend Befürworter, Gegner und die betroffenen Kommunen des gesamten Bereichs an einen Tisch holen und mit ihnen nach einer Kompromisslösung suchen, die sich schnell und mit größtmöglichem Einverständnis umsetzten ließe.

Hans Kramer,

Altenmedingen

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