AZ-Leserbrief

Unruhige Zeiten blühen der Kurstadt

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Sprachen über das Schienenausbau-Projekt, das auch auf Widerstand stößt: Die Bundestagsabgeordneten Henning Otte (links), Caren Marks (Mitte) und Kirsten Lühmann sowie vom Projektbeirat, Peter Dörsam (2. von links) und Joachim Partzsch. 

Der Beirat für das Schienenausbau-Projekt „Alpha-E“ hat jüngst bei Bundestagsabgeordneten um Unterstützung geworben. Darüber berichtete die AZ am 7. Juli. Paul Dirk Quambusch aus Bad Bevensen schreibt:

Wenn man dieses hübsche Gruppenbild in der AZ sieht, könnte man auf den Gedanken kommen, dass sich die Vertreter des Projektbeirates Alpha-E tatsächlich Sorgen um die Bürger und Orte machen, die vom Bau eines dritten Bahngleises betroffen sind. Im Text heißt es auch, dass sie Vertreter von betroffenen Kommunen, Landkreisen und Bürgerinitiativen sind. Dabei wird folgendes übersehen: Nur fünf von den acht im Projektbeirat vertretenen Kommunen/Landkreisen liegen an der Bahnstrecke, die ein drittes, wenn nicht sogar ein viertes Gleis erhalten soll.

Die große Mehrzahl der acht Bürgerinitiativen hat ebenfalls nichts mit der betroffenen Bahnstrecke zu tun. Es handelt sich um Herren, die schon in dem vorgeschalteten Dialogforum Schiene Nord vertreten waren. Dort haben sie beschlossen, dass vor ihrer eigenen Haustür kein Neubau oder Ausbau von Bahnstrecken stattfinden soll. Sie versuchen stattdessen, uns den Schwarzen Peter zuzuschieben und unsere schönen Städtchen mit Bau und Betrieb eines dritten Gleises zu belasten. Wieso sollte man diesen Leuten vertrauen?

Man sollte mal einen Blick ins Rheintal werfen. Dort findet Tag und Nacht ein monströser Güterverkehr auf der Hauptbahnstrecke zwischen Rotterdam und Genua statt. Die einst schönen und beliebten kleinen Städte am Rhein finden keine Ruhe mehr. Menschen verlassen ihre Städte, der Tourismus liegt darnieder. Beim Bau eines mindestens dritten Gleises blüht uns das auch. Gerade eine Kurstadt wie Bad Bevensen wird in ihrer touristischen und wirtschaftlichen Existenz stark gefährdet. Unser schönes Ambiente, unser Flair werden zerstört. Also sollten wir nur uns selbst vertrauen und weiter mit aller Kraft gegen ein drittes Gleis kämpfen. Es gibt andere Möglichkeiten, die wesentlich verträglicher sind.

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