Ungeschick im Umgang mit Nazi-Geschichte

Zur Berichterstattung über eine nicht genehmigte Ausstellung über Nazi-Verbrechen im Rathaus Uelzen:.

Letztlich überrascht es nicht, dass Bürgermeister Lukat den Rathaussaal für eine Veranstaltung im Rahmen des Gedenkens an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors mit der Begründung verweigert, man wolle den Eindruck vermeiden, „Organisationen mit politischem Anstrich“ zu unterstützen und damit für andere einen Präzedenzfall zu schaffen.

Wie Dr. Thiel zu Recht betont, handelt es sich beim „Bündnis gegen Rechts“ um keine politische Organisation, sondern um eine Gruppe von Bürgern, die sich zur Aufgabe gemacht hat, einer von den Nazis besonders brutal verfolgten Uelzener Familie zu gedenken. Lukat weiß das. Seine jetzt demonstrierte ablehnende Haltung steht im Einklang mit seinen zögerlichen Positionen vor drei Jahren, als es um die Umbenennung nazi-belasteter Straßennamen ging. Schon damals ließ er Hemmungen erkennen, als es um Untaten von Nazi-Tätern aus dem Uelzener gesellschaftlichen Establishment (wie Farina) ging. Dass er jetzt mit hohem Ungeschick im Fall der Familie Becker auch noch den Erinnerungs-Zensor spielt, wirft kein gutes Licht auf ihn.

Besser wäre es gewesen, wenn die Stadt Uelzen von sich aus schon längst eine Becker-Gedenkveranstaltung organisiert hätte. Seit Kriegsende war Zeit. So entsteht der Eindruck, dass die Stadt Uelzen sich nur halbherzig ihrer unrühmlichen Nazi-Vergangenheit stellen will.

Friedhelm Klinkhammer, Bad Bevensen

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