AZ-Leserbrief

Ungerechtes Wahlrecht?

Zum Leserbrief zum Thema Stadtratswahl Bad Bevensen schreibt Uwe Zeschke aus Bad Bevensen:

Jedes Wahlrecht ist ungerecht. In Niedersachsen und anderen Ländern wurde für Kommunalwahlen die reine Listenwahl vor etlichen Jahren durch eine Kombination von Listen- und Personenwahl ersetzt. So kann der Wähler die von den Parteien vorgegebene Listenfolge überstimmen und auch Kandidaten von den hinteren Plätzen der Liste in die Gremien wählen.

Allerdings habe ich in einer anderen Gemeinde erlebt, dass ein „prominenter“ Bewerber auf einem vorderen Listenplatz, der sich kurz vor der Wahl durch eine Aktion unbeliebt gemacht hatte und dann nicht genug Stimmen zum Einzug in den Rat erhielt, trotzdem einen Sitz erhielt, weil gleich zwei Kandidaten der gleichen Liste, die mehr Stimmen erhalten hatten, die Wahl dann doch nicht annehmen wollten. Wunder gibt es! Oder wurden die Wähler etwa veräppelt?

Übrigens: unsere Vertreter im Bundestag und den Landtagen haben überhaupt keine Stimmen von uns bekommen, sondern die Listen-Reihenfolge sowie der Wahlkreis-Kandidat wird partei-intern ausgekungelt, ähhh, ich meine festgelegt. Wer weiß, wie das bei einer Personenwahl ausgehen würde. Man könnte natürlich auch eine reine Personenwahl veranstalten, bei der dann jeder Gewählte im Gremium ein Stimmengewicht entsprechend seiner erhaltenen Stimmen erhielte. Dann hätte Herr Feller jetzt vielleicht allein schon 40 Prozent der Ratsstimmen. Würde das eher dem Wählerwillen entsprechen? Überhaupt der „Wählerwille“: Auf die Bemerkung von Herrn Schulz: „die große Koalition wurde abgewählt“ sagte ein Kabarettist treffenderweise: „Komisch, auf meinem Zettel stand die große Koalition gar nicht zur Wahl!“

Also, liebe Wähler: Gebt den Gewählten eine Chance und schaut, was sie tun und schon in dreieinhalb Jahren könnt Ihr neu entscheiden. Und liebe Gewählte aller Parteien: Gebt Euer Bestes und rechtfertigt das in Euch gesetzte Vertrauen!

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