Ein undemokratischer Akt

Leserbrief zum Artikel „Borvin Wulf erhält Hausverbot in Luthers Carpe Diem“ zu einem Vorfall, der sich während des Besuchs von Jürgen Trittin ereignet hat, AZ vom 23. Januar:.

Mit Interesse las ich Ihren Artikel in der AZ und nahm den darin geschilderten, für mein Empfinden völlig undemokratischen Akt des Herrn Luther zur Kenntnis.

Die Grünen laden zur öffentlichen Diskussionsrunde jedermann herzlich ein, nur Andersdenkenden wird von Seiten des Hausherrn der Zugang zur Veranstaltung verwehrt. Wie weit ist es mit dem Demokratieverständis des Herrn Luther – seines Zeichens stellvertretender Bürgermeister unserer Gemeinde und kein politisch unbedarfter Mensch – bestellt? Deshalb drängt sich mir doch der Verdacht auf, dass das Hausverbot durchaus politisch motiviert war.

Zu den Ansichten des Herrn Wulf kann man als mündiger Bürger stehen wie man will. Er vertritt seine Ansichten sicher mit spitzer Feder und Zunge, dabei jedoch stets höflich, und mir ist nicht bekannt, dass Herr Wulf in diesem Zusammenhang einmal unzivilisiert aus der Rolle gefallen wäre, was sicher ein Hausverbot rechtfertigen würde.

Die Demokratie lebt von dem Austausch verschiedener Meinungen und dem Eingehen von Kompromissen. Warum also nicht auf einer eigens dafür angelegten öffentlichen Wahlveranstaltung?

Die Aussage unseres Bürgermeisters – „Ich habe den Vorfall bemerkt, war jedoch anderweitig verhindert“ – hat einen sehr schalen Beigeschmack, der mir Assoziationen wachruft, wie: „Wir haben das Unrecht gewusst, konnten aber nichts tun“. Über Zivilcourage wird ja auch gern öffentlich parliert.

Ich persönlich, als Suderburgerin, finde den Vorgang schon ungeheuerlich und sehr konträr zu meinem demokratischen Verständnis und hoffe, dass dies noch mehr nachdenkende und politisch interessierte Bürger so sehen. Wir für unseren Teil werden dann das Lokal des Herrn Luther erst wieder betreten, wenn wir von einer Entschuldigung gegenüber Herrn Wulf erfahren haben. Um bei der Formulierung des Herrn Luther zu bleiben: Wie geht es den anderen 98 Prozent?

Ina Reduth,

Suderburg

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