Umverteilung nicht in den Verkehr

Wenn Gelder verteilt werden, dann bitte nicht in unnütze Verkehrsprojekte stecken, sondern in die Bildung. Foto: dpa

Leserbrief zur Kolumne „Meine Woche in Hannover“ vom 27. Februar, in der Kirsten Lühmann (SPD) zur Sozialpolitik Stellung nimmt:.

Frau Lühmann, ihre „Umverteilung von unten nach oben“ habe ich mit Interesse gelesen. Sie trifft die gegenwärtige schwarz-gelbe Politik auf den rechten Punkt: Denkt man bei der Bildungspolitik an den Lehrkräftemangel, in der Sozialpolitik an den Niedriglohnsektor, in der Agrarpolitik an die schlecht gelenkten Subventionen oder in der Verkehrspolitik laut einem Bericht der Uni Dresden an die 88 Milliarden Euro externer Verkehrskosten.

In der Bildungs- sowie in der Agrarpolitik haben rot-grüne Landesregierungen bereits positive Zeichen gesetzt. Die Sozial- und die Verkehrspolitik liegen fast ausschließlich in der Hand der Bundesregierung. Frau Lühmann, da Sie im Verkehrsausschuss des Bundestages tätig sind, und auch die Mandatsträgerin für den Landkreis Uelzen sind, wollen wir Sie von der Initiative Keine-A39 gerne unterstützen, was den Finanzausgleich betrifft.

Sicher ist auch Ihnen bekannt, dass Autobahnen für Metropolen gebaut werden. Da wir aber weit ab einer Metropole, in einer teilweise strukturschwachen Region leben, wird eine Autobahn nur eine Sogwirkung zur Metropole entwickeln, aber keine Stärkung dieses Raumes bewirken, wie die IHK es behauptet. Wenn die SPD über den Finanzausgleich nachdenkt, sollte sie an das Zitat von Viktor Hugo in Bezug auf die Verkehrs-Zukunft denken: „Nichts ist schwächer, als die Idee, deren Zeit vergangen ist“

Die B4 mit Ortsumfahrungen war im vordringlichen Bundesverkehrswegeplan. Sie ist vom Autokanzler zu Gunsten der A 39 gekippt worden, wobei die „0“-Variante, Ausbau der B4 zu prüfen war. Das ist bisher nicht erfolgt. Die B 4 mit ihrem Seiten-Strassen-Netz bedeutet für unsere strukturschwache Region, besonders den Ostkreis, eine wichtige Lebensader. Wenn darüber hinaus die Bahnlinien, auch der Kleinbahnen, ertüchtigt werden, ebenso der Heide-Kanal, so wird mit kleinerem Finanzaufwand mehr zukünftige Verkehrs-Infrastruktur erreicht. Und: Es werden mehr Arbeitsplätze gesichert, als mit dem Autobahnbau. Und dabei wird für die Zukunftsentwicklung und für die folgenden Generationen eine vielseitige Natur mit grosser Artenvielfalt und ein Agrarraum unzerstört bleiben.

Walter Meyer,

Jelmstorf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare