Uelzen um „Schmuck“ beraubt

Leserbrief zur Berichterstattung über die Arbeiten am Alten Rathaus in Uelzen:.

Das Bermuda-Dreieck Deutschlands war bisher durch die drei Baudesaster Elbphilharmonie/Flughafen Berlin BER/und Stuttgart 21 definiert. Stararchitekt Meinhard von Gerkan geißelt in seinem neuen Buch, dass allen Projekten ein Scheitern vorausgesagt werden musste. Warum, mag jeder Interessierte selbst lesen.

Ist ein weiterer Edelstein einer solch zweifelhaften Schmuckkette zu fürchten? Fassungslos sieht der langjährige Kämpfer für das Uelzener zentrale Schmuckstück, wie mit diesem umgegangen wird.

Das „Alte Rathaus“ sollte einst akzentuiert und betont werden durch Illumination, es sollte belebt werden und wieder Mittelpunkt des menschlichen Lebens und Treffens werden und damit Anreiz sein, ins Zentrum zu gehen. Der Markt in den Marktstraßen war immer schon eine unabdingbare Grundvoraussetzung dafür und wurde gewinnbringend für alle gegen den Widerstand weniger installiert – bravo! Aber dieses Haus seiner Arkaden zu berauben, ihm Eigenart und Schmuck zu nehmen, kann nur aus den Federn der „Verwalter“ und mit denkmalschützerischer dünnster Tinte geflossen sein! Jede Frau schmückt sich zu Recht mit allem, was ihre Schönheit unterstützt. Leider war die Illumination wohl nur ein fast 200 000 Euro teures, jetzt verlotterndes und nur für kurze Zeit sehr teures Schminkintermezzo. Von der Fontäne auf dem Ratsteich wollen wir gar nicht erst anfangen!

Aber mit dem Raub des Schmucks ist es wohl noch nicht genug. Mit den Argumenten, dass jegliche gastronomische Lösung nie finanzierbar sei, wurden frühere Planungen in diese Richtung verworfen. Andererseits werden jetzt – geplant – 4 Millionen Euro verbraten!

Und glaubt es mir: Die Bevölkerungsmassen, die durch Volkshochschulbesucher vorgegaukelt werden, sind beileibe nicht im Zentrum Uelzens jeden Tag zu finden. Hier werden nämlich zukünftig hauptsächlich Verwaltungsplätze konzentriert. Versprochen wurde einst eine Gastronomie, die jetzt als Kaffeestube der Lebenshilfe geplant ist und eher ideologischem, als volksnahem Gedankengut zu entspringen scheint. Oder der EU-Zuschusserlangung gezollt ist. Also, ob das auf Dauer Punkte auf den Leistungskärtchen der Verantwortlichen bringt. Huh, es wird kühl ums Herz.

Dr. Michael Thiele,

Lübeck

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