AZ-Leserbrief

Uelzen ist nicht Lüneburg

Die neue Gestaltungssatzung macht der Gastronomie Vorgaben zur Außenbestuhlung. AZ-Leser Martin Kaiser kann das nicht nachvollziehen.
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Die neue Gestaltungssatzung macht der Gastronomie Vorgaben zur Außenbestuhlung. AZ-Leser Martin Kaiser kann das nicht nachvollziehen.

Zum AZ-Artikel „Neue Tabus für Innenstadt“ vom 3. Juli erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:

Man könnte jetzt meinen, dass unser schönes und vor 70 Jahren zerbombtes Uelzen so bleiben soll, wie es ist.

Aber wollen wir uns nicht weiterentwickeln? Alte Bausubstanz ist schön, gehört ins Stadtbild und muss erhalten bleiben. Haben wir diese eigentlich? Ein einheitliches Stadtbild ist das Ziel, genauso wie die Belebung der Innenstadt. Aber werden wir dies hiermit erreichen? Ich fürchte nicht.

Bestehende Bauten werden nicht saniert, da dies aufgrund der künftigen Regelungen nicht wirtschaftlich ist. Daher bleiben nur die Optionen „abreißen und neu bauen“ oder „verfallen lassen“. Aber Neubauten werden verhindert, da die neuen Auflagen nicht zu erfüllen sind?

Hinzu kommt, dass zu einer Belebung der Innenstadt auch die Gastronomie gehört. Da diese nicht mehr auf günstige Tische und Stühle zurückgreifen darf, wird auch die Belebung der Innenstadt erschwert.

Mit der erneuerten Satzung wird man nicht Lüneburg oder Bleckede folgen. Da die Grundlagen der Bausubstanz fehlen, wird man etwas Neues schaffen wollen, um in 40 Jahren vielleicht ein Stadtbild vom heutigen Lüneburg oder Bleckede zu kreieren. Dies wird nicht gelingen. Ziel muss es sein, einen Konsens über die Erscheinung Uelzens zu finden. Der darf weder marode noch (zu) modern sein und muss sich auch an dem derzeitigen Erscheinungsbild orientieren und dieses weiterentwickeln. Daher muss die neue Satzung generell überdacht werden. Hinzu kommt, dass Investoren Grundstücke und Gebäude unter anderen Voraussetzungen gekauft haben und jetzt grundsätzliche Überlegungen anstellen müssen, da eine wie ursprünglich geplante Nutzung nicht mehr möglich ist. Das wird die Entwicklung Uelzens zusätzlich und leider negativ beeinträchtigen.

Martin Kaiser, Uelzen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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